Digitalisierung im Agrarbereich

26.05.2017

© Sabine Rübensaat

Digitale Geschäftsmodelle haben fast unbemerkt von der öffentlichen Diskussion um die Industrie 4.0 längst auch im Agrar- und Ernährungsbereich Fuß gefasst und bieten der Branche hochinteressante Zukunftsperspektiven. Das ist auf dem 2. Deutschen Hochschulforum „Ökonomie & Innovation in der Agrar- und Ernährungswirtschaft“ deutlich geworden, das am 11. Mai vom Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen in Soest ausgerichtet wurde.


Der Dekan des Fachbereichs, Prof. Wolf Lorleberg, hob hervor, dass die moderne digitale Businesswelt durch Plattformen geprägt werde, die ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten hätten. Einmal mit hohen Aufwendungen am Markt etabliert, profitierten diese extrem von einer Intensivierung ihrer Nutzung. Durch praktisch nicht vorhandene Grenzkosten für zusätzliche Anwender sei die moderne Plattformökonomie enorm wettbewerbsintensiv und neige zu temporären Monopolen nach der Devise „The winner takes all“, erklärte Lorleberg. Dies sei für die klein- und mittelständisch geprägte Landwirtschaft eine riesige Herausforderung.


Der Bereichsleiter Informationssysteme und Mitglied der Konzernleitung der Agravis AG, Harald Peters, betonte, dass die intelligente Kombination von Inhalten mit digitalen Prozessen auf der Basis modernster Technologien enorme Vorteile für die Kunden biete. Zu bedenken sei jedoch, dass digitale Plattformen in der Lage seien, etablierte Marktteilnehmer zu eliminieren, so seine Warnung. Die Technologie und die Gesellschaft änderten sich oft schneller, als Unternehmen dazu in der Lage seien.


Prof. Karin Schnitker von der Hochschule Osnabrück geht davon aus, dass digitale Geschäftsmodelle in den nächsten Jahren die Agrar- und Ernährungswirtschaft regelrecht „revolutionieren“ werden. Es gebe bereits sehr konkrete Pläne und Visionen zur Weiterentwicklung der vorhandenen Lösungen.


Laut Dr. Uwe Steffin vom Deutschen Landwirtschaftsverlag (dlv) bieten Onlinekonzepte neue, sehr komfortable Lösungen zur Risikoabsicherung, zum Rohstoffbezug und zur Vermarktung von Agrarmassengütern.
Prof. Elena Kashtanova von der Hochschule Anhalt zeigte sich davon überzeugt, dass soziale Medien bei richtiger Handhabung zu einer authentischen Wahrnehmung der Landwirte in der Öffentlichkeit beitragen können.

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