Der Widerstand wächst

20.07.2015

© Sabine Rübensaat

Es ist die immer weiter zunehmende Ausdehnung von Schutzgebieten, vor allem aber  die Vielzahl der mit der Unterschutzstellung verordneten Extensivierungsauflagen, gegen die sich der Zorn von Landwirten regt. Der Grund ist einfach zu beschreiben: Die Schutzvorschriften ziehen erhebliche Einkommensverluste und eine Einschränkung der betrieblichen Weiterentwicklung sowie starke Wertminderungen der noch nutzbaren Flächen nach sich. Zu diesem Ergebnis sind die Wissenschaftler Prof. Albrecht  Mährlein und Gunnar Jaborg  von der Fachhochschule Kiel in der Arbeit „Wertminderung landwirtschaftlicher Nutzflächen durch Naturschutzmaßnahmen“ gekommen, deren zentrale Inhalte in der Fachzeitschrift „Agrarbetrieb“ des Hauptverbandes der landwirtschaftlichen Buchstellen und Sachverständigen (HLBS) dargelegt worden sind. Die Autoren weisen in ihrer Untersuchung nach, dass auch eine lediglich den Status quo festschreibende Unterschutzstellung den Wert des Grund und Bodens um rund 20 % verringert. Zudem seien bei verordneten Extensivierungsauflagen Wertminderungen von 70 bis 80 % möglich, vor allem dann, wenn Flächen wiedervernässt werden.

Daneben werden derartige Wertminderungen zunehmend auch von Kreditinstituten kritisch zur Kenntnis genommen, so die Autoren. Die naturschutzbedingte Wertminderung senke die Beleihungswerte und beeinträchtige im Ergebnis die Kreditwürdigkeit. Aufgrund dieser Fakten formiere sich zunehmend Widerstand gegen beabsichtigte Unterschutzstellungen. Nach Auffassung von Mährlein und Jaborg liegt es auf der Hand, dass die Betriebseigentümer die sich abzeichnenden Einkommensminderungen nicht akzeptieren können, insbesondere die „gravierenden Vermögensverluste“.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr