Der Endspurt ging ins Geld

14.11.2014

© Sabine Rübensaat

Bei der 44. und letzten Milchquotenbörse in Deutschland wechselten so viele Lieferrechte wie nie zu vor den Besitzer.

Kurz vor dem Ende des Milchquotensystems am 31. März 2015 müssen die Erzeuger in Deutschland für zusätzliche Lieferrechte noch einmal tief in die Tasche greifen. Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilte, wechselte das Kilogramm Garantiemenge bei der 44. und letzten Milchquotenbörse in der Geschichte im Bundesmittel für 12 ct den Besitzer; das waren 3 ct mehr als beim vorangegangenen Handelstermin Anfang Juli. Ausschlaggebend dafür war allein der Anstieg des Quotenpreises im Übertragungsgebiet West um 4 auf 14 ct/kg. Im Osten verringerte sich der Gleichgewichtspreis für das Kilogramm dagegen um 1 auf 5 ct. Damit ist der Quotenwert im Bundesgebiet innerhalb eines Jahres um 5 ct/kg gestiegen.

Der Grund für den zuletzt spürbaren Preisauftrieb dürfte die kaum noch zu verhindernde Überlieferung im Quotenjahr 2014/15 sein. Laut aktuellen Hochrechnungen wurde die Garantiemenge von April bis September um 4,7 % überschritten. Der Bauernverband geht davon aus, dass eine Anpassung des Fettkorrekturfaktors für das letzte Milchquotenjahr 2014/15 politisch nicht mehr durchsetzbar sein wird.

Aufgrund der aktuellen Überlieferungssituation fiel bei der jüngsten Milchquotenbörse der Nachfrageüberhang entsprechend groß aus: Deutschlandweit waren insgesamt 506 237 t gesucht; im Angebot waren aber nur 397 575 t Lieferrechte. Letztlich belief sich die Handelsmenge auf 363 866 t; das waren gut 80 % mehr als beim vorherigen Börsentermin im Juli. Nach Angaben des DBV entsprach dieses Handelsvolumen 1,2 % der national verfügbaren Referenzmenge. Niemals zuvor wechselten bei einer der seit 2008 durchgeführten Börsenrunden mehr Lieferrechte den Besitzer. Die Zahl der Teilnehmer hat sich gegenüber dem Sommertermin fast verdoppelt und belief sich auf insgesamt 9 440 Personen, von denen 4 470 der Anbieter und 4 970 der Nachfrageseite zuzuordnen waren. Von der bundesweit insgesamt gehandelten Menge entfielen 81 % auf das Übertragungsgebiet West; im Osten gingen nur 19 % der Menge in neue Hände.

Das Ergebnis spiegelt zugleich auch die langfristige Wanderung der Milchmengen vom Süden in den Norden Deutschlands wider. Seit dem Start des Milchquotenhandels im Jahr 2008 haben Betriebe in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen per Saldo mit fast 504 000 t die meisten Referenzmengen hinzugekauft. Verkauft wurde Quote vor allem in Bayern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen.

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