Debatte zur Düngeverordnung läuft an

08.09.2014

© Sabine Rübensaat

Die Vorgaben zur Gülleausbringung sollen lauf Friedrich Ostendorff (Bündnis90/Die Grünen) verschärft werden.

Berlin. Die Diskussion um die Novelle der Düngeverordnung nimmt allmählich Fahrt auf. Der agrarpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Friedrich Ostendorff, kritisierte in der vergangenen Woche den Referentenentwurf des Bundeslandwirtschaftsministeriums als unzureichend. Dem Grünen-Politiker zufolge sind beispielsweise die zulässigen Stickstoffüberschüsse im Entwurf von zunächst 60 Kilogramm pro Hektar und Jahr „viel zu hoch“. Schärfer gefasst werden sollten seiner Meinung nach auch die Vorgaben zur Gülleausbringung. Erforderlich sei die Einarbeitung der Gülle in den Boden nicht innerhalb von vier Stunden, sondern spätestens nach einer Stunde. Dem Bundeslandwirtschaftsministerium warf er vor, es stelle sich gegen die Empfehlungen seiner wissenschaftlichen Beiräte. Dies gelte unter anderem für den Verzicht auf eine Hoftorbilanzierung. Nicht weit genug geht Ostendorff zudem die geplante Ausweitung der Lagerkapazitäten für Gülle. Dem Bundeslandwirtschaftsminister wirft der Grünen-Politiker vor, er versuche der EU-Kommission den Schwarzen Peter zuzuschieben, „anstatt den Bäuerinnen und Bauern zu verdeutlichen, dass Veränderungen zum Schutz der Umwelt notwendig sind“. Die Bundesregierung riskiere damit hohe Strafzahlungen, wie sie im Jahr 2007 gegen Frankreich verhängt worden seien.


Unterdessen mahnte der Deutsche Bauernverband (DBV) eine praxisgerechte Novelle der Düngeverordnung an, vor allem hinsichtlich der Vorgaben zur Düngebedarfsermittlung und Bilanzierung. Die Düngung müsse sich auch in Zukunft am Nährstoffbedarf der Kulturen ausrichten. Die Erzeugung der vom Markt geforderten Qualitäten dürfe nicht durch zu restriktive Düngevorgaben gefährdet werden.

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