DBV zur Erntebilanz 2017

25.08.2017

© Wolfgang Herklotz

Die deutschen Bauern fuhren in diesem Jahr nur eine unterdurchschnittliche Getreide- und Rapsernte ein. Der äußerst wechselhafte Sommer mit regional sehr unterschiedlich aufgetretenen Wetterextremen hat die Erntearbeiten teilweise massiv behindert und verzögert. Die Ernte in Norddeutschland und in einigen Höhenlagen ist derzeit immer noch nicht abgeschlossen. Für Deutschland zeichnet sich 2017 eine Erntemenge von 44,5 Mio. t Getreide ab. Damit wird das enttäuschende Vorjahresergebnis (45,4 Mio. t) noch einmal um 2 % verfehlt. Im Jahr 2015 wurden fast 49 Mio. t Getreide geerntet. Deutlicher fielen die Einbußen bei Raps aus: Mit nur 4,3 Mio. t Winterraps wurden
6 % weniger Raps als im Vorjahr geerntet.


Dies geht aus dem abschließenden Erntebericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor, der wie die zwei Zwischenberichte auf den Meldungen der Landesbauernverbände über die tatsächlich geernteten Flächen und Mengen beruht.

 

Große Unterschiede


„Die diesjährigen Getreide- und Rapserträge zeichnen sich durch große regionale Unterschiede aus, bleiben abgesehen von der Gerste im Bundesdurchschnitt jedoch hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Die Witterungsbedingungen waren nicht optimal und vielfach durch Extremwetterereignisse geprägt, die auch im Ackerbau Schäden verursacht haben,“ kommentierte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, das abermals für die deutschen Bauern enttäuschende Ernteergebnis. Zwar konnten die Erträge in einzelnen Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gegenüber dem sehr schwachen Vorjahr deutlich verbessert werden, die Landwirte im Westen und Südwesten Deutschlands dagegen mussten nach den schwachen Vorjahreserträgen weitere Ertragseinbußen hinnehmen. Auch die Betriebe in Mitteldeutschland (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) verzeichneten geringere Erträge als 2016, allerdings wurde damals eine überdurchschnittliche Getreideernte eingefahren.


Ausgehend von vielfach zu trockenen Aussaat- und somit schlechten Auflaufbedingungen für den Winterraps setzten sich die geringen Niederschlagsmengen im Winter 2016/2017 und in diesem Frühjahr fort. Auf einen warmen März folgte am 19. und 20. April ein Kälteeinbruch mit Nachttemperaturen von bis zu -7 °C. Mitte Juni herrschte in Deutschland verbreitet eine sehr heiße und extrem trockene Witterung, an die sich mit Sturmtief „Paul“ erste Hagel- und Stark­regenereignisse anschlossen.
Die mit Beginn der Wintergerstenernte einsetzende sehr wechselhafte Witterung mit verbreitet hohen Niederschlagsmengen setzte sich im Juli fort. Der Juli war laut Wetterdienst einer der zehn niederschlagsreichsten Julimonate seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Bundesweit fielen rund 130 Liter Regen pro Quadratmeter, was 163 % des durchschnittlichen Juli-Niederschlags entspricht. Die letzten Juli-Tage waren regional zudem von ergiebigem Dauerregen geprägt.

 

Erhöhte Kosten


„Erntereife Getreidebestände lagern, was die Erntearbeiten erschwert und die Kosten durch Trocknung erhöht. Das im August weiterhin unbeständige Sommerwetter mit immer wiederkehrenden Niederschlägen hat die Erntearbeiten verzögert. Die Ernte 2017 wurde zu einem Nervenspiel für unsere Ackerbauern, die in ihrem Bemühen um den Erhalt von Mengen und Qualitäten der Getreide- und Rapsernte stark gefordert wurden“, so Rukwied.

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