Dauergrünlandflächen in Natura-2000-Gebieten

17.04.2014

© Sabine Rübensaat

Wiesen und Weiden sollen nach den Plänen der Bundesregierung bald unter noch intensiveren Schutz gestellt werden.

Entschlossene Kritik wurde jüngst bei einer öffentlichen Anhörung des Bundestagsernährungsausschusses zum Entwurf der Bundesregierung für ein Direktzahlungen-Durchführungsgesetz deutlich. Die Regelung sei nicht sachgerecht, sagte der Präsident des Thünen-Instituts (TI), Prof. Folkhard Isermeyer, in Berlin. Zum einen gebe es sensible Grünlandflächen außerhalb von Natura-2000-Gebieten. Zum andern gehe das geplante Umbruchverbot vielfach über das naturschutzfachlich Gebotene hinaus.

Ähnlich sah das der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Werner Hilse. Ein Pflug- und Tauschverbot für alle Dauergrünlandflächen in Natura-2000-Gebieten sei völlig unverhältnismäßig, Pflegeumbruch und Neueinsaat zum Grünlandschutz müssten auch hier möglich bleiben.

Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister Dr. Hermann Onko Aeikens hält eine pauschale Ausweisung von Dauergrünland in Natura-2000-Gebieten als umweltsensibel nach EU-Recht für nicht erforderlich und fachlich für nicht gerechtfertigt. Demgegenüber bekräftigten Vertreter der sogenannten Plattform-Verbände ihre Forderung nach einer konsequenten Umsetzung des Greenings in Deutschland und warnten vor einer Verwässerung.

Ob das Gesetz wie geplant Anfang Mai im Bundestag beschlossen werden kann, bezweifelt sicher nicht nur der agrarpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Franz-Josef Holzenkamp. Die EU fordert allerdings ein Inkrafttreten bis zum 1. August 2014.

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