Das wars dann, Ernte!

11.07.2018

Thomas Tanneberger

Nur in einem von Mittel- bis Nordostdeutschland reichenden Gebiet bezeichnet der Wetterdienst die Lage als „extreme Dürre“. Anlass für den Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, beim Ernteauftakt (Bauernzeitung kommende Ausgabe 28/2018, S. 19) rasch auf den Punkt zu kommen: Das Jahr 2018 zeige beispielhaft, warum eine Risikoausgleichsrücklage für die Landwirtschaft kommen müsse. Die Regierungen der betroffenen Bundesländer rief Rukwied auf, die Dürre offiziell zur Naturkatastrophe auszurufen und damit den Weg für Nothilfen freizumachen. Allerdings wies der DBV auch darauf hin, dass zentrale Hilfen für die Landwirtschaft stets der Feststellung einer existenziellen Bedrohung bedürften. Auch die Nothilfen der Länder greifen Fachleuten zufolge oft erst dann, wenn Ertragsausfälle von 30 % oder mehr zum Vorjahr nachgewiesen werden. Hier könnten manchen Bauern jedoch die bereits schlechten Erträge des Vorjahres einen Strich durch die Rechnung machen.

 

Ungeachtet dessen wurden vergangene Woche im Bundestag Forderungen nach Unterstützung der von der Dürre betroffenen Landwirte laut. Der agrarpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Friedrich Ostendorff, rief Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf, Liquiditätshilfen zur Überbrückung der aktuellen Situation bereitzustellen. Auch der Agrarsprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Stephan Protschka, sieht viele Bauern vor existenzbedrohenden Herausforderungen. Er verlangte daher ebenfalls von der Bundesregierung, den Landwirten mit Dürrehilfen beizustehen.

 

Die Bundesländer sehen Bund und EU gefordert. Die Sonder-Amtsleiterkonferenz der Länder stimmte am Dienstag vergangener Woche einem Antrag von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu, in dem das Bundeslandwirtschaftsministerium aufgefordert wird, Hilfen für durch Trockenheit geschädigte Landwirte auf Bundes- und EU-Ebene zu prüfen.

 

Unterdessen spitzt sich die Situation in den von der Trockenheit besonders betroffenen Bundesländern weiter zu: In Mecklenburg-Vorpommern soll es allein seit dem vorletzten Wochenende bis Mitte vergangener Woche zu mindestens 15 Feldbränden mit teils erheblichem Sachschaden gekommen sein. Behörden und Agrarverbände riefen die Landwirte zu besonders gründlichem Brandschutz auf.

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