Bundesrat: Abgabeverbot für trächtige Tiere

12.06.2017

Mutterkühe © Sabine Rübensaat

Berlin. Der Bundesrat hat dem vom Bundestag beschlossenen Gesetz zur Änderung futtermittelrechtlicher und tierschutzrechtlicher Vorschriften zugestimmt. Damit folgte die Länderkammer in ihrer Sitzung nicht der Empfehlung ihres Agrarausschusses, der sich dafür ausgesprochen hatte, dazu den Vermittlungsausschuss anzurufen. Wesentliche Inhalte des Gesetzes sind das praktische Verbot der Pelztierhaltung, die Aufhebung des Verfütterungsverbots von tierischen Fetten an Wiederkäuer und das Abgabeverbot von hochträchtigen Tieren zur Schlachtung. Kurz vorher hatte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine wissenschaftliche Untersuchung zur Schlachtung tragender Tiere veröffentlicht. Derzufolge werden im Durchschnitt der EU 3 % der Milchkühe, 1,5 % der Fleischrinder, 0,5 % der Schweine, 0,8 % der Schafe und 0,2 % der Ziegen während des letzten Drittels der Tragezeit geschlachtet. Bei der Frage, ob und wann Föten der Nutztierarten Schmerzen empfinden, waren sich die Wissenschaftler einig, dass dies in den ersten zwei Dritteln der Tragezeit nicht der Fall sei. Für das letzte Drittel fiel die Bewertung allerdings nicht so eindeutig aus: Wahrscheinlicher sei zwar, dass die Tierföten auch dann keine Schmerzen empfinden, aber ganz ausschließen könne man es nicht. Daher müsse man die Schlachtzahlen hochtragender Tiere weiter verringern.

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