Bio muss Bio bleiben

20.06.2016

© Sabine Rübensaat

Mehrere Unternehmen aus der Biobranche drängen auf einen wirksamen Schutz vor weit verfrachteten Pflanzenschutzmittelwirkstoffen. In einem offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) verlangen unter an­derem der Naturkosmetikanbieter Weleda sowie die Kräuter- und Arzneipflanzenvermarkter Herbaria, Salus und Sonnentor Sofortmaßnahmen gegen den Ferntransport der Herbizidwirkstoffe Pendimethalin und Pro­sulfocarb.


Wie Bioland dazu berichtete, pocht die Branche im Einzelnen auf ein Verbot der Anwendung in Flächenkulturen wie Getreide, für das alternative Herbizide mit geringerer Neigung zum Ferntransport zur Verfügung stehen, ferner auf einer Verpflichtung der Zulassungsinhaber zur Kapselformulierung, auf wirksame Anwendungsbestimmungen zur Abdriftminderung sowie die Einführung eines umfassenden staatlichen Monitorings von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen in der Luft.


Beklagt wird, dass Pendimethalin und Prosulfocarb über weite Strecken verfrachtet würden und die Ernten von Biobauern und konventionellen Landwirten verunreinigten, die diese Mittel selbst nicht ausbringen würden. Dadurch könnten Waren nicht mehr wie geplant oder gar nicht vermarktet werden. Den Schaden müssten die betroffenen Betriebe tragen, da beim Ferntransport von Pflanzenschutzmitteln kein Verursacher zu ermitteln sei. Laut Darstellung der Biounternehmen bestätigen zahlreiche weitere Erzeuger und Hersteller eine Belastung mit Pendimethalin und Prosulfocarb. Die Schäden beliefen sich pro Erzeugerbetrieb auf bis zu 100 000 Euro.


„Wir Landwirte bleiben auf dem Schaden durch den Pestizidferntransport sitzen, den andere verursachen“, kritisierte Stefan Palme vom Gut Wilmersdorf. Auf seinen Feldern sei der Körnerfenchel seit Jahren mit Rückständen von Pendimethalin und Prosulfocarb belastet, obwohl beide Mittel nachweislich weder von ihm noch in der Nähe seiner Flächen ausgebracht würden. In einer Untersuchung im Auftrag des Landesamtes für Umwelt und Verbraucherschutz Brandenburg sei eine weiträumige Verfrachtung der beiden Herbizidwirkstoffe nachgewiesen worden.

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