Bewertungsrahmen Tierhaltungsverfahren

10.10.2013

© Thomas Tanneberger

Vor allem für die tierschutzgerechte Einrichtung der eigenen Arbeitsweisen, aber auch als Argumentationshilfe für agrarpolitische Diskussionen dürfte sie Landwirten nützen − die kostenlose Online-Anwendung „Nationaler Bewertungsrahmen Tierhaltungsverfahren“ des KTBL. Wie das Darmstädter Kuratorium jetzt mitteilte, wurden erstmals alle Bewertungsergebnisse, auch aus der gleichnamigen Schrift Nr. 446, online abrufbar gemacht. Grundlage der Publikation seien Bewertungen von Tier- und Umweltwirkungen, die im Rahmen einer Arbeitsgruppe mit mehr als 50 Experten für 139 Haltungsverfahren im Rinder-, Schweine-, Geflügel- und Pferdebereich ausgearbeitet wurden.
Für jedes Haltungsverfahren sind in einem Datenblatt Informationen zum Haltungsabschnitt, Managementhinweise, Kenndaten zum Produktionsverfahren und Bewertungen des Tierverhaltens, der Tiergesundheit und der Umweltwirkung zusammengestellt worden. Die Wirkungen des Haltungsverfahrens auf Umwelt und Tier werden beschrieben sowie Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt. Daten, etwa zu den Ammoniakemissionen oder zum Einstreubedarf, runden die Beschreibung ab.

 

Das KTBL wies darauf hin, dass somit der nationale Bewertungsrahmen in dieser Form einen einmaligen Überblick über die Vielfalt der Haltungsmöglichkeiten und einen großen Datenpool gebe. Gefördert worden sei das Projekt vom Umweltbundesamt (UBA) und dem Bundeslandwirtschaftsministerium.

 


Ziel des von der damaligen Bundesanstalt für Landwirtschaft (FAL), dem heutigen Thünen-Institut, und dem KTBL durchgeführten Projektes sei die Entwicklung und Anwendung einer Methode, mit der die Auswirkungen von Tierhaltungsverfahren auf Umwelt und Tiergerechtheit gleichrangig bewertet werden könnten. Die bisherigen Erfahrungen hätten deutlich gezeigt, dass die Genehmigungsbehörden in laufenden Verfahren den Ermessensspielraum häufig nicht nutzten, weil ihnen die notwendigen Informationen zur Tiergerechtheit fehlten. Die Ergebnisse des Bewertungsrahmens könnten diese Lücke schließen und der Genehmigungsbehörde damit als Unterstützung für die Abwägung zwischen Umwelt- und Tierschutzaspekten dienen. Gleiches gilt natürlich für Landwirte und Planer.

 


Bei der Bewertung habe das Haltungsverfahren im Vordergrund gestanden. Alle baulich-technischen Aspekte in Bezug auf Tierart, Produktionsrichtung und Haltungsabschnitt seien dabei berücksichtigt worden.

 


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