Bevölkerungsbefragung zum Tierschutz

01.04.2016

© Sabine Rübensaat

Für Weidegang und andere tierfreundliche Haltungsformen gibt es einen Markt in Europa. Aber er ist klein.

Mehr als die Hälfte der Europäer wäre bereit, für Produkte aus besonders tierfreundlichen Haltungsformen etwas mehr als bisher zu zahlen, solange sich der Aufschlag im Rahmen hält. Das ist ein Ergebnis aus einem aktuellen Eurobarometer, das am 15. März veröffentlicht wurde.


Danach könnten sich rund 35 % der Befragten vorstellen, für Produkte aus Haltungssystemen mit hoher Tierwohlfahrt bis 5 % zusätzlich zu zahlen. Die Zahlungsbereitschaft weiterer 16 % liegt bei einem Aufschlag von 6  bis 10 %, während 5 % der Interviewten bis 20 % mehr ausgeben würden und 3 % sogar mehr als das. Andererseits halten weitere 35 % die tierfreundliche Haltung für keinen Grund, mehr Geld zu zahlen.


Knapp über die Hälfte der EU-Bürger gab an, beim Einkauf gezielt auf Gütesiegel zur Tierhaltung zu achten, während ein Zehntel der Befragten von der Existenz solcher Label gar nichts wusste.


Dass die Auswahl an tiergerecht erzeugten Produkten im Handel nicht ausreichend hoch ist, denken 47 % der Umfrageteilnehmer. Vorgaben zum Tierschutz sollten nach Ansicht von 43 % der Befragten von den zuständigen Behörden und der Wirtschaft gemeinsam getroffen werden, während 40 % meinen, das sei ausschließlich Aufgabe des Gesetzgebers. Nur 12 % befürworten rein freiwillige Selbstregulierungssysteme der Wirtschaft. Mehr als zwei Drittel der Interviewten finden, dass die Regulierung auf EU-Ebene oder zwischen EU und Mitgliedstaaten erfolgen sollte.


Insgesamt halten 94 % der Befragten den Tierschutz in der Landwirtschaft für wichtig; 82 % denken, dass landwirtschaftliche Tiere besser als bisher geschützt werden müssten. Bei der repräsentativen Analyse befragte TNS Emnid 27 672 Personen in allen EU-Ländern, darunter 1 527 in Deutschland.

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