Bedrohung durch den Wolf

08.09.2014

© Sabine Rübensaat

Dieses possierliche Tierchen bereitet mittlerweile Tierhaltern nicht nur in Niedersachsen heftiges Kopfzerbrechen.

Hannover. Vor einem Aus der Weidehaltung in den sich in wenigen Jahren möglicherweise landesweit ausdehnenden Wolfsregionen hat das Landvolk Niedersachsen gewarnt. Zuchtverbände befürchteten, dass sich insbesondere weiter kleine Schafzuchtbetriebe oder Hobbyhalter von ihren Weidetieren verabschieden werden; sie könnten die Konsequenzen, die sich aus der Rückkehr des Wolfes ergäben, nicht mehr schultern, erklärte der Landesbauernverband vergangene Woche.


Nach dem vermutlichen Riss zweier Jungrinder durch einen Wolf auf einer Weide im Landkreis Cuxhaven würden auch Rinderhalter zumindest in den Wolfsgebieten den Weidegang ihrer Tiere einschränken müssen. Dort könne die Förderung der Weidehaltung keine Rückbesinnung zu mehr Weidehaltung auslösen. Auch die Landschaftspflege, wie sie beispielsweise von vielen Schafhaltern an den Deichen oder in der Lüneburger Heide geleistet werde, gerate durch den Wolf in Gefahr, gab der Landvolkverband zu bedenken. Die ohnehin nur geringen Erträge gäben den Tierhaltern keinen Spielraum für teure Schutzmaßnahmen. Sie argumentierten, dass es auch für ihre Schafe, Ziegen oder Rinder eine Daseinsberechtigung gebe, nicht nur für den Wolf, und forderten ein Wolfsmanagement. Der Verband berichtete, Halter von Weidetieren fühlten sich brüskiert, dass sie mit der Vorsorge gegen Übergriffe durch den Wolf völlig allein gelassen würden. Eine vom Land seit drei Jahren angekündigte Förderrichtlinie befinde sich noch in der Abstimmung; konkrete Nachfragen der Betroffenen um Unterstützung würden daher abgelehnt. Sie hätten nicht nur zusätzliche Kosten zu tragen, sondern investierten ohne zusätzlichen Ertrag erheblichen Zeitaufwand in Schutzkonzepte. Hinzu komme die Unruhe in betroffenen Herden.

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