Bauernverband beschwert sich beim NDR

10.09.2014

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Tierschutzverstößen müssen aus Sicht des DBV rückhaltlos aufgeklärt werden, aber nicht durch eigenmächtiges Handeln von Tierschützern.

Rendsburg. Der Bauernverband Schleswig-Holstein hat am vergangenen Freitag beim betreffenden Rundfunkrat eine Programmbeschwerde gegen den Norddeutschen Rundfunk (NDR) eingereicht. Er wehrt sich damit gegen einen Beitrag des Senders von Anfang August und gegen die Verwendung von illegal erlangtem Filmmaterial. Es seien Bilder von Schweinen und Ferkeln gezeigt worden, die dem NDR zufolge heimlich von „Tierschutz-Aktivisten“ gedreht worden sein sollen.

Der Bauernverband wies darauf hin, dass der NDR im § 7 des NDR-Staatsvertrages auf die „verfassungsmäßige Ordnung und die Vorschriften der allgemeinen Gesetze“ verpflichtet werde. „Illegal erworbenes Filmmaterial, das durch illegales Eindringen in Ställe zustande gekommen ist, kann nicht Grundlage einer Berichterstattung sein, erst recht nicht in einem öffentlich-rechtlichen Sender“, so der Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, Werner Schwarz.

Durch das Zeigen der illegal entstandenen Aufnahmen würden die Stalleinbrüche bagatellisiert. Der NDR verstoße auch gegen § 7 und § 8 des Staatsvertrages, wenn er ohne ausreichende Prüfung des Wahrheitsgehalts und der Herkunft der zugelieferten Bilder diese zur alleinigen Grundlage der Berichterstattung mache. Weiterer Kritikpunkt am NDR sei, dass dieser die ihm zur Kenntnis gekommenen Missstände nicht zeitnah zur Anzeige gebracht habe, erklärte Schwarz. Er stellte klar, dass der Verdacht von Tierschutzverstößen auch aus Sicht des Verbandes rückhaltlos aufgeklärt werden müsse. „Es gibt aber kein Recht auf eigenmächtige Kontrolle durch Mitbürger“, betonte Schwarz.

In dem betreffenden Filmbeitrag waren unter anderem Bilder von Schweinen mit blutigen, verstümmelten Schwänzen gezeigt worden. Die Aufnahmen stammten laut NDR aus Ställen von fünf Höfen, die Fleisch an Edeka lieferten.

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