Bauerndemos: Dialog statt Protest

18.01.2017

© Sabine Rübensaat

Demo voriges Jahr anlässlich der Grünen Woche am Hauptbahnhof in Berlin.

Berlin. „Die ’richtigen’ Bäuerinnen und Bauern werden Sie am 21. Januar auf dem Berliner Washingtonplatz und nicht am Potsdamer Platz treffen“, so Bernhard Barkmann, Landwirt aus Messingen (Emsland) und Mitinitiator der Initiative „Frag’ den Landwirt“, die zum 21. Januar wiederum zur Kundgebung „Wir machen euch satt“ am Hauptbahnhof in Berlin aufruft. „Die Bäuerinnen und Bauern werden jedoch ohne Gummistiefel, Mistgabel und Melkeimer kommen, sondern mit Argumenten, mit denen sie für ihren Berufsstand und ihre eigene Zukunft werben möchten. Man könnte auch sagen, die einen haben das Frühstück, die Bauern dazu sind bei uns“, so Barkmann in Anspielung auf die konkurrierende Demonstration „Wir haben es satt“, die nach einem „Bauernfrühstück“ um 12 Uhr am selben Tag am Potsdamer Platz starten will.



Die Bauern am Hauptbahnhof hingegen werden unaufgeregt auf „Dialog statt Protest“ setzen. „Dialog ist uns sehr wichtig“, sagte dazu Mitinitiator Marcus Holtkötter, Landwirt aus Altenberge, am 12. Januar vor der Berliner Presse. „Es ist die logische Fortführung unserer Bemühungen, das ganze Jahr über mit den Verbrauchern ins Gespräch zu kommen und ihnen unsere Wirtschaftsweise zu erläutern.“ Mitinitiatorin Nadine Henke, Tierärztin und Landwirtin aus Bruchhausen-Vilsen, hofft auf eine gute Beteiligung der Berufskollegen aus Nah und Fern. „Wie sehr es nötig ist, miteinander zu reden statt sich medial anzubrüllen, zeigen die jüngsten Veröffentlichungen im „Spiegel“ und anderswo“, so Henke im Gespräch mit der BauernZeitung. „Die Landwirte hinter unserer Aktion nehmen die Kritikpunkte an der eigenen Wirtschaftsweise ernst. Mit den Kritikern, aber auch mit den überwiegend interessierten und zufriedenen Verbrauchern möchten wir den Dialog dazu beginnen, weiterführen und ausbauen.“ Die Protestgruppen um „Wir haben es satt“ hätten hingegen keine konkreten Alternativen im Gepäck, so Henke. Häufig widersprächen sie sich sogar. So könne kein Tierhalter ernsthaft gemeinsam mit einem Veganer gegen ’irgendetwas’ protestieren, da letzterer die Tierhaltung an sich abschaffen wolle. 

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