Bauerndemo: „Wir machen Euch satt!“

19.01.2016

© Sabine Rübensaat

Bei der Demonstration versammelten sich nahezu ausnahmslos aktive Landwirte, die im Dialog ihren gesellschaftlichen Ruf verteidigen möchten.

Endlich eine Gegenstimme: Zum zweiten Mal protestierten Landwirte aus allen Ecken der Bundesrepublik am 16. Januar gegen die Verunglimpfung ihrer Arbeit durch die Satthabe-Demo und reichten die Hand zum Dialog. „Unser Ziel haben wir erreicht, und wir freuen uns riesig“, so Markus Holtkötter, Landwirt und Mitorganisator der Demonstration „Wir machen euch satt - Frag den Landwirt!“  Neben den rund 1 500 Akteuren und 47 Traktoren am Samstagmorgen auf dem Berliner Washingtionplatz gehörten noch Hunderte Teilnehmer an regionalen Veranstaltungen zur Aktion. „Allein in Cloppenburg waren gestern 300 Traktoren und 400 Landwirte auf dem Platz, in Meppen kamen ebenfalls 300 Landwirte mit 80 Traktoren zusammen, es gab Aktionen in Bremen, Nienburg, im Rheinland, in Süddeutschland. „Damit haben wir die bisherige Meinungshoheit der Satthabe-Demonstranten klar gebrochen und gezeigt, dass es außer den dort mitfahrenden Berufskollegen noch weit mehr Landwirte im Land gibt“, so Holtkötter für das Organisationsteam.

 

 

All diesen Landwirten war gemeinsam, dass sie die auf der Satthabe-Demo, in vielen Verbänden und Diskussionen immer wieder vorgebrachten Vorwürfe und Demütigungen nicht einfach auf sich sitzen lassen wollen. „Die Kritik an der real existenten Landwirtschaft hat einfach untragbare Ausmaße angenommen“, so Holtkötter. „Dabei können wir sehr genau beweisen, dass wir weder Giftmischer noch Tierquäler sind, dass wir die Natur pflegen und im Ergebnis unserer Arbeit Menschen nicht leiden, sondern Nahrung und Genuss haben.“

 

Nadine Henke, ebenfalls Mitinitiatorin der Demo, ergänzte: „Wir sind offen für Veränderungen, aber wir wollen eine vorurteilsfreie Diskussion ohne ständige Skandalisierung und Aufrufe zu irgendwelchen Agrarwenden. Und wir wollen weiter Landwirte sein, unserer Arbeit nachgehen, ohne ständig für Dinge gescholten zu werden, für die wir nichts können.“ Deswegen, so Henke, böten die Bauern Dialog an.

 

Bernhard Barkmann aus dem Emsland ergänzte, Bauern seien es nicht gewohnt zu demonstrieren, aber manchmal sei es nötig ein Zeichen zu setzen. „Redet mit uns und nicht über uns“, so Barkmann. Er kritisierte, dass bei der Satthabe-Demo kaum Landwirte dabei sind, aber alle genau zu wissen meinen, wie die Produktion zu laufen hat. „Massentierhaltung? Sie reden von Straathof, meinen aber uns. Deshalb ist es wichtig, hier in Berlin zu demonstrieren.“

 

Für Fragezeichen sorgten im weiteren Verlauf hupende Traktoren der Satthabe-Demonstranten, die auf einer nicht gesperrten Straße vorbeifuhren und die Veranstaltung minutenlang in erheblichem Maße störten.

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