Bauern-Demo vor Dresdner Landtag

27.05.2016

© Karsten Bär

Bauerndemo vor dem Landtag: Rund fünfhundert Landwirte forderten Maßnahmen der Politik und einen fairen Lohn für ihre Arbeit.

Rund fünfhundert Landwirte haben am Donnerstagvormittag vor dem Sächsischen Landtag in Dresden gegen ruinöse Erzeugerpreise demonstriert. In Redebeiträgen forderten sie die Politik zum Handeln auf und kritisierten scharf das Verhalten des Lebensmitteleinzelhandels (LEH), der zuletzt die Milchpreise noch weiter gedrückt hatte. Parallel zur Demonstration fuhr ein aus 98 Fahrzeugen bestehender Traktorenkorso  mehrere Stunden durch die Dresdner Innenstadt.

 

 

 

 

 

 


Bauerndemo vor dem Landtag: Rund fünfhundert Landwirte forderten Maßnahmen der Politik und einen fairen Lohn für ihre Arbeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Korso durch die Dresdner Innenstadt: Mehrere Stunden fuhr der aus 98 Traktoren bestehende Korso an Landtag, Semperoper und anderen prominenten Gebäuden der Landeshauptstadt vorbei.

Fotos: Karsten Bär

 

 

 

SLB-Präsident Wolfgang Vogel griff den LEH scharf an. Die Strategie, Lebensmittel zu billigsten Preisen zu verkaufen, werde auf dem Rücken der Bauern ausgetragen und sei „schlicht und ergreifend eine Sauerei“. Bei einem Milchpreis von 20 Cent je Kilogramm erwirtschafte ein Landwirt einen Stundenlohn, der weit unter dem gesetzlich geforderten Mindestlohn liege. Vogel warnte, wo Milchkühe einmal abgeschafft seien, würden keine wieder eingestallt. Die Abschaffung der Tierhaltung widerspräche jedoch den landwirtschaftlichen Kreisläufen. Zudem hätte dies auch Auswirkungen auf die Ackerbauern, denen ebenfalls niedrigere Preise drohten, fiele die Nachfrage nach Futter weg.

 

Landwirte aus Betrieben verschiedenster Produktionsrichtungen schilderten in Redebeiträgen die Situation und forderten ein Gegensteuern. Besonders ins Visier genommen wurden die ansteigenden gesetzlichen Anforderungen an die Landwirtschaft, die das Wirtschaften erschwerten und verteuerten. Wer verlange, dass Landwirte zu Weltmarktpreisen produzieren sollen, müsse auch zulassen, dass dies zu Weltmarktbedingungen geschehe. Von einigen Rednern wurde auch eine freiwillige Mengenreduzierung in der Milcherzeugung gefordert.

 

Zu Wort kamen auch Vertreter der Politik. So stärkte Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt den Demonstranten und ihren Anliegen den Rücken.  Weiterhin sprachen Landtagsabgeordnete der Linken, der CDU und der SPD zu den Landwirten und zeigten Verständnis für ihre Anliegen. Dabei kam es zu verbalen Hakeleien unter den Politikern aufgrund eines von der Linksfraktion in die zeitgleich stattfindende Landtagsdebatte eingebrachten Dringlichkeitsantrags über Nothilfen für die Milcherzeuger, der vom Plenum abgelehnt worden war.  

 

Seitens des SLB wurden nach der Demonstration noch einmal die Positionen des Verbandes bekräftigt und konkretisiert. Hierzu zählt die gemeinsam von den ostdeutschen Bauernpräsidenten vereinbarte Forderung nach insgesamt 2 Milliarden Euro Nothilfe für die deutschen Bauern, ebenso wie die Erwartung an die Kanzlerin, ein Machtwort zu sprechen. Weitere Forderungen, wie Liquiditätshilfen, Bürgschaften, Begleitung ausstiegswilliger Erzeuger usw. decken sich mit den Positionen, mit denen Minister Thomas Schmidt am Montag zum Milchgipfel nach Berlin fahren wird.

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