Aussichten für den Milchmarkt

19.03.2015

© Collage Annika Schäfer

Die Aussichten für den Milchmarkt seien positiv, betont der EWSA.

Es sei eine regelrechte Notwendigkeit, einerseits die Wachstumschancen dieser „historischen Zäsur“ zu nutzen, andererseits aber auch dafür zu sorgen, dass die Milchproduktion in Bergregionen und anderen benachteiligten Gebieten erhalten bleibt, so die EU-Fachleute. Das bestehende Instrumentarium der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) reiche sicher nicht aus, um unter erschwerten Bedingungen tätige Milchbauern zu schützen. Als mögliche Maßnahmen plädiert der EWSA insbesondere für verstärkte Beratungs- und Fortbildungsangebote sowie zusätzliche Unterstützung im Rahmen der ländlichen Entwicklung.

Schutzbedürftige Milcherzeuger müssen nach Ansicht des Ausschusses zur Mitwirkung in Erzeugerorganisationen ermuntert werden, um ihnen mehr Gewicht innerhalb der Lieferkette zu geben. Als größte Herausforderung für Milchbauern in allen Gebieten werden Schwankungen der Gewinnspannen ausgemacht. Diese Erscheinungen dürften aus Sicht des EWSA eher kurzlebiger Natur sein, machten jedoch neue Bewältigungsstrategien erforderlich, unter anderem durch die verstärkte Absicherung des Preisrisikos von Molkereien beziehungsweise Genossenschaften an Warenterminmärkten. Daraus entstehende Vorteile sollten dann auf möglichst einfache Weise an die Milcherzeuger weitergegeben werden. Der federführende Autor der Stellungnahme und ehemalige Präsident des irischen Bauernverbands, Padraig Walshe, nennt als Beispiel den indexierten Milchfestpreis des Unternehmens Glanbia.

Daneben fordert der EWSA eine Überprüfung des Niveaus der Interventionspreise. Eine neue zentrale Produktionssteuerung, wie sie beispielsweise von Teilen des Europaparlaments gefordert wurde, lehnt der EWSA ab. Solche Systeme seien praktisch nur schwer umsetzbar, teuer und voraussichtlich ohnehin unwirksam. Die Milchproduktion sei in den vergangenen zehn Jahren weltweit um 22 % gestiegen. Das hiesige Quotensystem habe die EU-Erzeuger vor den Preisschocks in den Jahren 2007 bis 2009 nicht geschützt. Grundsätzlich betont der EWSA, dass die Aussichten für den Milchmarkt aufgrund des globalen Bevölkerungswachstums positiv seien.

Milchmarkt: Stundung kommt

Brüssel/Berlin. Überliefernde Milcherzeuger können darauf zählen, dass sie ihre Superabgabe für das Wirtschaftsjahr 2014/15 in Raten abzahlen dürfen. Deutschland und die große Mehrheit der übrigen EU-Mitgliedstaaten gaben vergangene Woche ihre Stimme für einen entsprechenden Vorschlag der Europäischen Kommission. Molkereien dürfen die fällige Superabgabe zinslos in drei jährlichen Tranchen jeweils vor dem 1. Oktober der Jahre 2015, 2016 und 2017 zahlen, wobei im ersten Jahr wenigstens ein Drittel und 2016 mindestens ein weiteres Drittel der Schuld beglichen werden müssen. Die Kosten des Verfahrens müssen die Mitgliedstaaten übernehmen. Die Finanzierung in Deutschland will Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt über eine Kreditfinanzierung mit Minimalzinsen von der Landwirtschaftlichen Rentenbank realisieren.

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