Angespannter Bodenmarkt

04.08.2017

© Sabine Rübensaat

Deutschlands Landwirte müssen für die Zupacht von Flächen immer tiefer in die Tasche greifen. Wie das Statistische Bundesamt unter Hinweis auf die Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung 2016 mitteilte, bezahlten die Bauern im vergangenen Jahr pro Hektar landwirtschaftlicher Fläche durchschnittlich 288 Euro an Jahrespachtentgelt. Dieser Wert sei seit dem Jahr 2013 um 19 % gestiegen. Die größte Preissteigerung gab es den Statistikern zufolge in Niedersachsen, wo der Durchschnitt seit 2013 um 22 % zulegte. In Mecklenburg-Vorpommern wurde die Pacht um 21 % teurer, in Sachsen-Anhalt um 20 %.


Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht sich indessen mit den Zahlen zu den Eigentums- und Pachtverhältnissen im Agrarbereich in seiner Annahme bestätigt, dass die anhaltende Verknappung von Agrarflächen der wichtigste Treiber für den kontinuierlichen Anstieg der Pacht- und Bodenpreise ist. Die Pachtausgaben haben sich dem Bauernverband zufolge im Zeitraum von 1992 bis 2016 verdoppelt. Die Pachtzahlungen der Bauern orientieren sich nach Ansicht des DBV dabei vornehmlich an den Renditen. Sie sind damit auf höhere Erlöserwartungen zurückzuführen, aber auch auf die staatlich geförderten Biogasanlagen, die Landknappheit sowie auf die Notwendigkeiten zur Wirtschaftsdüngerverwertung. Auch die Renditeerwartungen von außerlandwirtschaftlichen Investoren dürften für den Anstieg der Pachtpreise eine Rolle gespielt haben, erklärte der DBV. Der Einfluss landwirtschaftlicher Direktzahlungen und ein „Durchreichen“ an die Verpächter der Flächen spiele hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Die Direktzahlungen hätten im Jahr 2016 bei 4,8 Milliarden Euro gelegen und seien im langjährigen Vergleich sogar rückläufig, betonte der DBV. Der stetige Anstieg der Pacht- und Bodenpreise habe sich gegenläufig und unabhängig davon entwickelt.

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