Am Bodenmarkt kein Grund zur Sorge?

22.12.2014

© Sabine Rübensaat

Angesichts der Entwicklung der Pachtpreise und der Marktzinsen liege die Kaufwertentwicklung „im Rahmen rationaler Erwartungen“, heißt es in einer Studie des Thünen-Institutes.

Für eine Spekulationsblase auf dem landwirtschaftlichen Bodenmarkt in Deutschland gebe es keine Anzeichen, so die Thünen-Wissenschaftler Andreas Tietz und Bernhard Forstner. In einem Beitrag weisen die Agrarökonomen darauf hin, dass weder die Entwicklung der Kaufpreise bei landwirtschaftlichen Flächen noch der fremdfinanzierten Bodenkäufe Anlass für derlei Befürchtungen gäben. Auch weitere Kriterien für spekulative Blasen wie eine Zunahme des Handelsvolumens oder ein verstärkter Einstieg bislang unbeteiligter Marktteilnehmer seien nicht zu beobachten.

 

Nach Einschätzung von Tietz und Forstner ist der seit einigen Jahren in Ost- und Westdeutschland zu verzeichnende Anstieg der Preise für Landwirtschaftsflächen weniger durch Spekulation als vielmehr durch die wachsende Konkurrenz um den Faktor „Boden“ getrieben. Angesichts der Entwicklung der Pachtpreise und der Marktzinsen liege die Kaufwertentwicklung „im Rahmen rationaler Erwartungen“. Den Wissenschaftlern zufolge sind die Pachtpreise in den letzten Jahren noch stärker gestiegen als die Kaufpreise. Dies sei wiederum kein Indikator für Spekulation, sondern ein Hinweis auf eine zunehmende Überhitzung des Pachtmarkts in einigen Regionen. Mittelfristig werde der Trend steigender Pachtpreise zumindest abflachen. Auch die Bodenpreise könnten in absehbarer Zukunft wieder sinken, „wenn die Gewinnerwartungen zurückgehen und insbesondere die Marktzinsen ansteigen“, heißt es in dem Beitrag.

 

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