Aktuelle Hinweise für Geflügelhalter

18.11.2014

© Sabine Rübensaat

Hühnerstall (Kleinvolieren)

Das Thüringer Sozialministerium ruft angesichts neuerlicher Geflügelpest-Ausbrüche jeden Halter von Geflügel dazu auf, besonders wachsam zu sein und die Biosicherheit in Geflügelhaltungen zu erhöhen. Nach dem Geflügelpest-Ausbruch auf einer Farm mit 30.000 Puten in Mecklenburg-Vorpommern in der vergangenen Woche ist nunmehr zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit die hochpathogene Verlaufsform der Erkrankung bei Nutzgeflügel in Europa aufgetreten. Betroffen ist ein Legehennenbestand in den Niederlanden mit ca. 150.000 Tieren. Bei dem nachgewiesenen Erreger handelt es sich um ein Influenzavirus des Subtyps H5N8, der gleiche Erregertyp wie in Mecklenburg-Vorpommern. „Dieser in Europa neu nachgewiesene Erreger weist für Geflügel stark krankmachende Eigenschaften auf, insbesondere bei Hühnern und Puten kommt es zu schweren Erkrankungen mit Todesfällen“, so das Ministerium. Auch Wassergeflügel und Wildvögel könnten sich infizieren.

 

Die Eintragsquellen und Verbreitungswege in die Bestände sind laut der Erfurter Veterinärbehörde derzeit noch nicht aufgeklärt. Es sei nicht auszuschließen, dass bei den aktuellen Seuchenfällen Wildvögel eine Rolle als Überträger der Infektion gespielt haben könnten. „Deshalb sollten Geflügelhalter verstärkt auf Krankheitsanzeichen bei ihren Tieren achten und gegebenenfalls den betreuenden Tierarzt informieren. Die Tiere zeigen dann deutliche Anzeichen einer Atemwegserkrankung, sinkende Futteraufnahme und nachlassende Legeleistung sowie eine deutlich erhöhte Sterblichkeitsrate.“

 

Zum Schutz vor einem Viruseintrag in den eigenen Bestand gelte es in erster Linie, den direkten Kontakt des Geflügels zu Wildvögeln zu verhindern. „Alle Futter- und Wasserstellen sind vor Wildvögeln zu schützen. Der Zutritt von betriebsfremden Personen zu Geflügel haltenden Betrieben sollte auf ein unerlässliches Minimum beschränkt werden und beim Betreten der Ställe Einwegschutzkleidung oder eine gesonderte betriebseigene Kleidung getragen werden. Desinfektionsmatten sollten an der Hofgrenze (Zufahrt, Tor) und vor den Ställen ausgelegt werden. Das Verbot der Verfütterung von Speise- und Küchenabfällen ist unbedingt zu beachten“, hieß es in Erfurt. Dies schließe ein, keine Eierschalen zu verfüttern.

 

Unterdessen wurden auch in England Erreger der Geflügelpest auf einer Entenzuchtfarm mit 6.000 Tieren nachgewiesen; welcher Subtyp hier vorliegt, ist nach Angaben der zuständigen Regierungsbehörde noch nicht zur Gänze geklärt.

 

 

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