Agrarverbände fordern: Die Milch herunterfahren!

09.12.2015

Milchtransport © Thomas Tanneberger

Für eine Reduzierung der Milchmengen in Krisenzeiten haben sich erneut mehrere Verbände ausgesprochen. „Wir haben im Moment die Situation, dass die Molkereien niedrige Preise bequem an ihre Milcherzeuger weitergeben“, monierte der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Ottmar Ilchmann, auf der von seiner Organisation mitveranstalteten Milchtagung am 24. November in Westerstede. Um Milchpreiskrisen zu begegnen, müsse weniger produziert werden. Um dies zu erreichen, sollten europaweit die Milchbauern, die weniger erzeugten, honoriert werden und Kuhhalter, die mehr produzierten, eine Abgabe zahlen, forderte Ilchmann. Unterstützung dafür erhielt er von Kirsten Wosnitza vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), für die „ein weiter so mit der Überschusserzeugung nicht zukunftsfähig ist“. Die Ausrichtung der EU-Exportpolitik beurteilte Tobias Reichert von Germanwatch kritisch: „Seit Anfang des Jahrzehnts steigen die Exporte von Milchpulver stetig. Auch Afrika ist Ziel europäischer Exporte.“ Der Vorstandsvorsitzende der Molkerei Ammerland, Herbert Heyen, verteidigte hingegen die Exportorientierung als Chance, neue Vermarktungswege zu finden. Gleichzeitig setze seine Molkerei aber auch auf die Qualitätsproduktion für heimische Märkte. Überdenkenswertes aus Indien berichtete Sagari Ramdas von der Allianz für Ernährungssouveränität: „Seit der Liberalisierung des indischen Milchmarktes in den 1990er Jahren treten immer mehr private Molkereien und internationale Investoren auf“. Ihr Ziel sei es, die Kleinbauern aus der Produktion zu drängen. Dies habe „gravierende Folgen“, denn in Indien lebten 90 Millionen Familien von der Milcherzeugung.

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