Agrarfraktion gewachsen

30.10.2013

Karrikatur: Lothar Schneider

Insgesamt 18 aktive Land- und Forstwirte zählt der Deutsche Bauernverband (DBV) unter den Abgeordneten des neugewählten Deutschen Bundestages. Sie gehören fast ausschließlich der CDU/CSU-Fraktion an. Neben „alten Hasen“ wie dem bisherigen agrarpolitischen Sprecher Franz-Josef Holzenkamp, dem Obmann der Union im Ernährungsausschuss, Alois Gerig, den Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) und des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd (BWV), Johannes Röring und Norbert Schindler, der Abgeordneten Marlene Mortler, dem Brandenburger Hans-Georg von der Marwitz, dem Tierschutzbeauftragten Dieter Stier oder dem Parlamentarischen Staatssekretär Peter Bleser gehören dem neuen Bundestag viele Neulinge an. Darunter sind der Vorsitzende vom Kreisbauernverband Göppingen, Hermann Färber, das ehemalige Vorstandsmitglied vom Landesbauernverband Sachsen-Anhalt, Kees de Vries sowie die Landwirte Albert Stegemann aus dem Emsland, Artur Auernhammer aus Mittelfranken und Philipp Graf von und zu Lerchenfeld aus dem Landkreis Regensburg. Einziger Nicht-Unionslandwirt im Bundestag ist der bisherige Agrarsprecher der Grünen, Friedrich Ostendorff.


Insgesamt zählt der Bauernverband 33 Bundestagsabgeordnete, die über eine Ausbildung oder ein Studium in der Land-, Agrar- und Ernährungswirtschaft verfügen oder zumindest zeitweise in der Branche beschäftigt waren. Dazu gehören auch der bisherige agrarpoli­tische Sprecher der SPD-Fraktion, Dr. Wilhelm Priesmeier, die CDU-Umweltpolitikerin Maria Flachsbarth, die Agrarsprecherin der Linksfraktion, Dr. Kirsten Tackmann, oder die ehemalige niedersächsische Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen. Die „Försterfraktion“ besteht im Wesentlichen aus Josef Göppel und Cajus Caesar.
Angesichts der Vielzahl an ­Agrariern und der Bedeutung des Themas dürfte es ein Ge­rangel um die Plätze im künftigen Ernährungsausschuss geben. Im bisherigen Ausschuss verfügte die Union über 13 Mitglieder. Nach dem Wahlsieg könnte die Zahl auf 15 steigen. Da mit Dr. Max Lehmer und Christoph Poland zwei Ausschussmitglieder aus dem Bundestag ausgeschieden sind, ­wären vier Plätze von CDU und CSU neu zu besetzen. Bei der SPD sind Holger Ortel und Heinz Paula nicht mehr im ­Bundestag, bei der Linken ­Alexander Süßmair, bei den Grünen Cornelia Behm. Nachrücken könnte hier die ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast. Offen ist allerdings, ob es überhaupt wieder einen Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geben wird.


Neu zu besetzen sind auch die wichtigen Posten der Berichterstatter für den Agrarhaushalt im Haushaltsausschuss des Bundestags. Für die Union hatte Georg Schirmbeck lange diese Funktion. Der ist allerdings ebenso nicht mehr im Parlament wie der SPD-Berichterstatter Rolf Schwanitz.

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