Afrikanische Schweinepest

05.09.2012

 

 

  

Berlin. Eine der gefährlichsten Tierseuchen ist auf dem Vormarsch: Die Afrikanische Schweinepest (ASP). 2007 in den Süden Russlands eingeschleppt, sorgt sie mit katastrophalen Ausbrüchen in immer kürzeren Intervallen für Schlagzeilen. Mit dem Seuchenschwerpunkt nordwestlich von Moskau bis hin zur lettischen Grenze und dem Ausbruch in der Ukraine am 31. Juli steht das Virus mittlerweile „vor den Toren“ zur EU. Möglich ist, dass sich die Seuche nun im Norden über die baltischen Staaten nach Polen und Deutschland sowie im Süden über die Ukraine nach Rumänien und Österreich ausbreitet. Die Bundestierärztekammer warnt darum dringend davor, Schweinefleischprodukte wie Salami oder rohen Schinken mit nach Deutschland zu bringen.

  

 Zwar ist die Einfuhr von lebenden Schweinen und Schweinefleischerzeugnissen nach Deutschland und in die EU momentan verboten, doch gibt es andere Ausbreitungswege für das Virus. „Eine besondere Gefahr geht von PKW-Touristen oder LKW-Fahrern, die aus Russland oder der Ukraine kommen, aus. Wenn sie mitgebrachte Wurstabfälle oder Lebensmittelreste, die Schweinefleisch enthalten, auf Raststellen achtlos wegwerfen, können diese von Wildschweinen gefressen werde, die sich so infizieren“, erklärt Prof. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer.

Ein Ausbruch der ASP würde für die Schweinehaltung in Deutschland katastrophale Folgen haben. Zur Bekämpfung der Seuche, die sich klinisch kaum von der klassischen Schweinepest unterscheidet, aber wesentlich dramatischer als diese verläuft, steht kein Impfstoff zur Verfügung. Infizierte Schweine verenden innerhalb einer Woche. Die einzige Möglichkeit der Bekämpfung ist das Keulen, also das Töten und unschädliche Beseitigen ganzer Tierbestände. „Das Problem dabei ist die große Widerstandsfähigkeit des Virus. Es kann in gekühltem Fleisch mehrere Wochen überleben und in gefrorenem Fleisch sogar jahrzehntelang“, so Mantel. BTK

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