36. Bundesentscheid im Leistungspflügen

06.04.2018

© Sabine Rübensaat

Steimbke – Wer das Pflügen beherrscht, der durchlüftet seinen Ackerboden bestmöglich, beseitigt Unkraut, vertreibt Schädlinge und fördert die Fruchtbarkeit für den erfolgreichen Anbau der nächsten Kultur. Trotz erheblicher technischer Vervollkommnung von Pflügen und Schleppern gilt daher eine gründliche Ausbildung, die dauernde Übung und die daraus gewonnene Arbeitserfahrung im Pflügen für den Landbau als unverzichtbar.

 

 

Für den landwirtschaftlichen Nachwuchs halten deswegen verschiedene Organisationen seit Jahren das Leistungspflügen ab – sowohl als lokale Wettbewerbe als auch als Landes- und Bundeswettbewerb sowie auf internationaler Ebene. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist am Samstag und Sonntag, 14. und 15. April, in der Samtgemeinde Steimbke (Kreis Nienburg) Gastgeberin des Bundesentscheids im Leistungspflügen.

 

Mitveranstalter sind die Deutsche Lehranstalt für Agrartechnik (Deula) in Nienburg und der Deutsche Pflügerrat, der dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert. Der Bundesentscheid wird durch das Bundsministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert.

 

 

Die 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stammen aus 8 Bundesländern: Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Sachsen, Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz. Die Pflügerin und die vier Pflüger Niedersachsens kommen aus der Region Hannover und den Kreisen Uelzen und Rotenburg. Alle Finalisten reisen in der Regel schon einige Tage vor dem Wettkampf an, um sich auf Probeflächen mit dem Terrain vertraut zu machen.

 

 

Nach dem offiziellen Probelauf am Samstagnachmittag (14. April) zeigen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Sonntag (15. April) ab 11.30 Uhr vor den kritischen Augen der Richter und Zuschauer auf kleiner Parzelle die Technik des Pflügens – ohne moderne Hilfsmittel wie Satellitennavigation (GPS). Zum Einsatz kommen Beetpflüge und Drehpflüge. Bei dem bis zu zweistündigen Leistungspflügen achten die Richter unter anderem darauf, wie gerade die Probanden pflügen, wie sauber und ausgeräumt die Spaltfurche – das ist die erste Furche – aussieht, wie das Ein- und Aussetzen des Geräts funktioniert und ob am Ende noch Erdreich ungepflügt übrigbleibt. Beim Drehpflügen wird auch ein Keil, also ein spitz zulaufender Schlag, ausgepflügt – hierbei ist besondere Präzision gefragt.

 

 

Zusätzlich zum praktischen Pflügen gibt es einen Test, der die theoretischen Grundkenntnisse und die Fachkompetenz der Teilnehmer fordert. Das Ergebnis aus diesem Test wird in die Gesamtbewertung einbezogen.

 

 

Mit Beetpflügen funktioniert das Pflügen nur in eine Richtung und nach einer Seite, meistens nach rechts. Größere Felder müssen deshalb in kleinere Beete eingeteilt werden. Beetpflüge sind wesentlich leichter und auch preisgünstiger als Drehpflüge. Die Drehpflüge werden heute in der Praxis bevorzugt, weil mit ihnen eine gleichmäßigere, ebenere Oberfläche erzielt wird. Da mit dem Drehpflug keine Beete angelegt werden müssen, sinken die Wendezeiten. Außerdem kann während des Pflügens bereits mit der Bestellung begonnen werden.

 

 

In der modernen Landwirtschaft ist der Drehpflug heute der Pflug der Wahl. Gekonnter Umgang mit dem Gerät zahlt sich aus: Durch die richtige Einstellung des Pflugs wird der Boden schonender behandelt, und der Trecker verbraucht weniger Sprit.

 

 

Jährlich abwechselnd mit dem Bundesentscheid werden in vielen Bundesländern die Landesentscheide durchgeführt. Die Sieger dieser Wettbewerbe nehmen in der Folge an den jeweils höherrangigen Entscheiden bis hin zu den jährlich stattfindenden Europameisterschaften und Weltmeisterschaften teil.

 

 

Weitere Informationen und Programm:

http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/berufbildung/nav/854/article/32071.html

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr