Zeit der offenen Höfe

18.06.2014

© Katja Förster

Ehrengäste beim Rundgang in Weißensee (l.), darunter die Minister Jürgen Reinholz und Christian Carius.

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Heute begehen wir in der Agrargenossenschaft Weißensee nicht nur unser alljährliches Hoffest, heute haben wir zudem noch die Ehre, den Startschuss für den Tag des offenen Hofes in Thüringen zu geben“, begrüßte Vorstandschef Jürgen Paffen am 14. Juni die Gäste in Weißensee.

Vom Deutschen Bauernverband (DBV) und seinen Landesverbänden organisiert, beteiligten sich am 14. und 15. Juni bundesweit über 800 landwirtschaftliche Betriebe an dem Aktionstag, der zwei Millionen Besucher anlockte. Nach Weißensee kamen mehr als 3 000 Interessierte. Mit der dortigen Agrar eG habe man einen würdigen Ausrichter gefunden, den zentralen Aktionstag zu begehen und zahlreiche weitere Hoffeste, die im Laufe des Jahres noch stattfinden werden, einzuleiten, sagte TBV-Präsident Helmut Gumpert. Er erinnerte an die Initiative „Heimische Landwirtschaft“, die mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit die Leistungen der Landwirte für die Gesellschaft sichtbar machen und Vertrauen zwischen Verbrauchern und landwirtschaftlichen Erzeugern schaffen will. Die „Heimische Landwirtschaft“ ist 2011 von Jürgen Paffen mit ins Leben gerufen worden. In Zeiten, in denen die Gesellschaft und die Landwirtschaft weiter voneinander entfernt seien als je zuvor, sei Öffentlichkeitsarbeit essenziell, so Helmut Gumpert. Betriebsrundgang mit Technikschau, historische Landmaschinen und Flurfahrten: Die Weißenseer hatten etliches aufgeboten, darunter auch eine Schaugetreidemühle. Aus dem Getreide der Agrar eG wurde Mehl gemahlen und Brot gebacken, das die Besucher sogleich probieren konnten.

Ebenfalls am 14. Juni lud die  Laproma AG Schloßvippach  zum Hoftag ein. Neben Landtechnik, einem breitgefächerten Unterhaltungsprogramm und Flurfahrten bot sich für die Besucher die Möglichkeit, das vollautomatische Melkkarussell in Aktion zu sehen.


In der Agrar eG Friesau beging man am 15. Juni den „Tag der Landwirtschaft im Saale-Orla-Kreis“. Tier- und Technikausstellung, Bauernmarkt, Buttern, Brauen und Backen lockten 4 000 Besucher. Das Verhältnis zwischen Landwirten und Imkern stand im Mittelpunkt eines agrarpolitischen Frühschoppens des KBV Saale-Orla-Kreis. Vor zahlreichem Publikum fanden sich Bauern, Imker, Politiker und Wissenschaftler zur Diskussion zusammen. Bienenwissenschaftler und Imker Dr. Gerhard Liebig referierte über die Wechselwirkungen zwischen Landwirtschaft und Bienenhaltung. Er stellte heraus, dass nicht der „Pestizideinsatz“, sondern die Varroamilbe der Hauptfeind der Biene sei. 200 000 Bienenvölker pro Jahr würden ihr bundesweit zum Opfer fallen, nicht zuletzt wegen unzureichender Bekämpfung der Milben. Ungeachtet dessen sprach Liebig von einer positiven Entwicklung in der Bienenhaltung. So sei die Zahl der Imker und Bienenvölker in den letzten Jahrzehnten stetig gewachsen. Die Ausweitung des Rapsanbaus habe zu einer Verbesserung der Trachtsituation geführt. Im langjährigen Mittel sei die Honigernte um 1 kg pro Volk gestiegen. Auch der Mais sei für die Bienen positiv zu werten, da er im Gegensatz zu Weizen und Roggen im Sommer Pollen liefere. Alle Podiumsteilnehmer, darunter Günter Vorsatz, Chef des Imkervereins Wurzbach, waren sich einig, dass Landwirte und Imker miteinander reden müssen, um Konflikte zu vermeiden: Imkerei und Landwirtschaft befruchteten sich gegenseitig.

 



KF/SW

Thüringer Bauernverband

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