Wolfshybride in den Tierpark

09.11.2017

© Bundesforst

Am 1. Oktober sind die Thüringer Wölfin und ihre hybriden Jungen auf dem Ohrdrufer Bundeswehrgelände in eine Fotofalle getappt, die an einem Nachtpferch installiert worden war. Material aus Videofallen soll eine eindeutige Identifizierung samt Geschlechtsmerkmalen zulassen.

Die sechs im Thüringer Wolfsgebiet lebenden hybriden Jungtiere sollen eingefangen werden. Das hat das Thüringer Umweltministerium entschieden. Sollte das Einfangen nicht gelingen, müssten die Tiere spätestens bis Februar - wenn sie beginnen würden, eigene Reviere zu suchen - per Abschuss entnommen werden, erklärte Fachministerin Anja Siegesmund. Im Falle des Lebendfanges ist eine Unterbringung der Tiere im  Bärenpark Worbis geplant.

 

Seit Ende September/Anfang Oktober haben der für den Bundeswehrübungsplatz Ohrdruf zuständige Bundesforst und die Thüringer Umweltbehörden Kenntnis davon, dass sich die bislang einzige Thüringer Wölfin mit einem Haushund gepaart hat. In dem Gebiet gab es seit Mitte Juli über ein Dutzend Attacken auf Nutztiere, bei denen 80 Schafe und Ziegen dem Raubtier zum Opfer fielen.  

 

Mit seiner Entscheidung stellt sich das Thüringer Umweltministerium gegen die Empfehlung der Dokumentations- und Beratungsstelle Wolf des Bundes (DBBW). Diese hatte aus tierschutzrechtlichen Gründen einen Abschuss der Hybriden favorisiert. „Die Umstellung auf eine räumlich begrenzte Gehegehaltung würde dazu führen, dass die Tiere erheblich leiden“, berief sich das Thüringer Umweltministerium noch Mitte Oktober auf die DBBW-Experten. Offenbar hat der emotionale, öffentliche Protest auf die ursprünglichen Abschusspläne des von den Grünen geführten Umweltministeriums seine Wirkung nicht verfehlt.

 

Wie das Fangen der Wolfshybriden konkret ablaufen soll, ist noch offen. Das Umweltministerium in Erfurt kündigte an, das Lupus-Institut für Wolfsforschung aus Sachsen mit dem Verfahren zu beauftragen.

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