Wie weiter mit Biogas?

14.11.2014

© Sabine Rübensaat

Das neue EEG 2016 ist schon in der Pipeline. Die Landwirtschaft muss sich jetzt aktiv in die Diskussion einbringen und für Korrekturen werben.

Dass es mit Biogas weitergehen muss, darüber waren sich die mehr als 100 Teilnehmer der jüngsten Biogasfachtagung in Stadtroda einig. TBV, TLL und Biogasfachverband hatten zu ihrer dritten gemeinsamen Fachveranstaltung in diesem Jahr ins Schützenhaus geladen. Die Frage nach dem möglichen „Wie“ stand hier im Mittelpunkt.

Enrico Scherf von der Thüringer Energienetze GmbH (TEN) etwa gab Hinweise zur neuen Systemstabilitätsverordnung (SysStabV). Mit dem bundesweit geltenden Regelwerk soll einem eventuellen Komplettausfall des bestehenden Stromnetzes vorgebeugt und damit die Systemsicherheit gewährleistet werden. Zur praktischen Umsetzung wird die TEN die betroffenen Anlagenbetreiber in nächster Zeit schriftlich informieren. Auf die Betreiber kommen technische Nachrüstungen zu, wobei mit  Kosten in Höhe von 7,50 € pro Kilowatt installierter Anlagenleistung zu rechnen sein wird. Die als aufbauendende Worte gedachten Aussagen von Scherf, dass es sich bei der SysStabV um einen weiteren Baustein zur Energiewende handele und man als Betreiber sagen könne, „man ist dabei gewesen“, konnten den Anwesenden nur bedingt Trost spenden.

Über Effizienzreserven bei der Methanausbeute informierte Prof. Dr. Gerd-Rainer Vollmer (BTN Biogastechnologie Nordhausen GmbH). Versuchsergebnisse zur Substrataufbereitung zeigten durchaus noch Potenziale für einen Methanmehrertrag auf. Laut Vollmer brachte zum Beispiel der Einsatz eines Kreis-Dissolvers, welcher über eine Pürierscheibe verfügt, 15 % Mehrertrag. Beim Gorator, der das Material mittels Zahnrädern zerkleinert, wobei Zentrifugalkräfte wirken, wurde ein Plus von 5 % erreicht. Mit dem Biocutter und seiner rotierenden Messerscheibe konnte in Versuchen die Methanausbeute um bis zu 12 % Prozent gesteigert werden. Von seinen praktischen Erfahrungen beim Repowering berichtete Erhard Ölsner von der Mörsdorfer Agrar GmbH. Repowering bedeutet, den Gesamtwirkungsgrad einer Biogasanlage durch Einzelmaßnahmen im biologischen, technischen und organisatorischen Bereich zu erhöhen. Für Ölsner, der auch Regionalgruppensprecher für Thüringen im Fachverband Biogas ist, steht dabei die Biologie an erster Stelle.

In der abschließenden Diskussion verständigten sich die Veranstalter darauf, auch im Jahr 2015 wieder die Biogastagungen in bewährter Form durchzuführen. Die Verhandlungen zum Erneuerbare-Energien-Gesetz 2016 sind auf Bundesebene bereits angelaufen. Hier gilt es jetzt, sich einzubringen und die Belange der landwirtschaftlichen Branche zu vermitteln.

Laut TLL gibt es derzeit 255 Biogasanlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von fast 122 MW in Thüringen. Sie erreichten 2012 einen Anteil von 10 % an der Gesamt-Nettostromerzeugung im Land. 241 Biogasanlagen befinden sich in landwirtschaftlicher Hand.


Alle Vortragspräsentationen der aktuellen Biogasfachtagung, u. a. zu rechtlichen Fragen für Bestandsanlagen, aber auch  die Vorträge der vorangegangenen Tagungen finden sich im Internet unter www.tll.de/ainfo.

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