Weniger Land verkauft

24.08.2017

© Sabine Rübensaat

Im vorigen Jahr wurden in Thüringen 3 225 landwirtschaftliche Grundstücke verkauft. Laut der amtlichen Statistik waren dies 1  046 Landkaufgeschäfte weniger als noch im Jahr 2015. Über die Ursachen dieses Rückgangs lässt sich nur spekulieren. Daher bleibt abzuwarten, ob sich dies im laufenden Jahr verstetigt oder das Bodengeschäft wieder an Dynamik gewinnt.


Insgesamt 5 683 ha landwirtschaftliche Nutzfläche wechselten im Rahmen dieser Verkäufe den Besitzer. Im Jahr zuvor waren dies noch 7 636 ha. Die durchschnittliche Größe der Flächen lag bei 1,76 ha und damit geringfügig unter dem Wert des Jahres 2015 (1,79  ha).


Die neuen Flächeneigentümer bezahlten für Acker- und Grünland insgesamt 55 Mio. €. Der Kaufwert pro Hektar verringerte sich im Vergleich zum Jahr 2015 von 10 450 auf 9 684 €. Damit fielen die Kaufwerte wieder auf das Niveau des Jahres 2014 (9 430 €). Zur Erinnerung: Den niedrigsten Kaufwert in den letzten 25 Jahren weist die Statistik mit 4  135 € für das Jahr 2005 aus.


Am teuersten war Boden wie schon in den Vorjahren im Altenburger Land, wo durchschnittlich 17 470 €/ha gezahlt wurden. Die Stadt Weimar und das Weimarer Land folgten mit 12 875 €/ha bzw.  12 072 €/ha. Am günstigsten wurden landwirtschaftliche Nutzflächen in Suhl mit 4 471 €/ha bzw. in Schmalkalden-Meiningen mit 5  507 €/ha veräußert.


Laut den Daten der Thüringer ­Agrarverwaltung wurden 2016 rund 80 % der Flächen von Landwirten erworben. Die übrigen 20 % kauften Nichtlandwirte, die allerdings vorwiegend aus der Region stammten. Im Landwirtschafts­ministerium schätzt man den Thüringer Bodenmarkt als stabil ein. ­Verglichen mit den Preisentwicklungen anderer Länder sei das hiesige Niveau moderat. In Nieder­sachsen etwa sind mittlerweile 30 000 €/ha die Regel.


Aus Gründen unterschiedlicher Erfassungsmethoden unterscheiden sich die Daten der Thüringer Agrarverwaltung von denen der amtlichen Statistik. So wurden nach Grundstückverkehrsgesetz 2016 rund 7 800 ha Kauffläche erfasst. Gleichwohl zeigt sich auch hier, dass sowohl die Preise als auch die zum Kauf beantragte Fläche im ­Vergleich zu 2015 zurückgegangen ist. Über alle Amtsbereiche hinweg lag 2016 der Kaufwert für Ackerland (6 270 ha) bei 9 586 €/ha (2015: 7 316 ha; 10 685 €/ha). Für Grünland (1 549 ha) mussten im Mittel 6 635 €/ha gezahlt werden (2015: 1 861 ha; 6 916 €/ha).


Laut Landwirtschaftsministe­rium bietet der Thüringer Bodenmarkt allen Landwirten, insbesondere auch kleinen und mittleren Betrieben, gute Chancen für ihre Entwicklung. Nach wie vor sei der landwirtschaftliche Grundbesitz kleinteilig und zu rund 70 % verpachtet. Die Verfügbarkeit von Pachtflächen sei hoch. Denn fast die Hälfte (46 %) der Pachtverträge besitze eine Laufzeit von unter sechs Jahren (253 583 ha). Wie die Grundstücks- stuft das Ministerium auch die Pachtpreise als im Durchschnitt moderat ein. Und: Die Bereitschaft der Erben zum Verkauf der Fläche sei groß, da sie zumeist keinen Bezug (mehr) zur Landwirtschaft hätten. Allerdings müssten Landwirte bereit sein, auf Grundstückseigentümer zuzugehen, um den Ankauf bzw. die Anpachtung aktiv zu betreiben.

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