Waldzustandsbericht

12.02.2016

Ohratalblick © Frank Hartmann

Wie steht es um die Thüringer Wälder, die immerhin 550 000 ha der Landesfläche bedecken? Antwort gibt der Waldzustandsbericht, der langfristige Trends und aktuelle, etwa witterungsabhängige Auswirkungen dokumentiert.


Im kurzfristigen Vergleich zum Vorjahr sei der Zustand stabil geblieben, sagte Fachministerin Birgit Keller bei der Vorstellung der Ergebnisse: „21 Prozent aller Waldbäume Thüringens sind gesund, 48 Prozent weisen nur leichte Schädigungen auf. 31 Prozent wurden allerdings als deutlich geschädigt eingestuft.“


In dem Bericht heißt es, dass mit umweltpolitischen Maßnahmen zur Luftreinhaltung in den 1990er Jahren deutliche Schäden hätten reduziert werden können. Der erneute Anstieg von Schädigungen nach dem Extremsommer 2003 und das seither in etwa gleichbleibende Niveau lasse sich dagegen noch nicht vollständig erklären. Es liege jedoch nahe, „dass die Häufung von überdurchschnittlich warmen Witterungsperioden und Niederschlagsdefiziten einen maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hat“.


2015 fiel die klimatische Wasserbilanz landesweit fast durchweg negativ aus. Der Wassergehalt des Waldbodens verringerte sich insbesondere nach dem Blattaustrieb sehr stark. „Im Thüringer Becken war es Ende Juli in allen Bodenschichten trockener als im Extremsommer 2003, und die Bodenvegetation zeigte zum Teil massive Welkeerscheinungen“, schreiben die Forstfachleuchte im Zustandsbericht. Am Waldumbau, so die forstpolitische Agenda, führt kein Weg vorbei. Allein mit forstlichen Maßnahmen könne die auf den Wald einwirkende Belastungsproblematik aber nicht gelöst werden. Hierzu bedürfe es weiterer umweltpolitischer Maßnahmen, kündigte Keller an.


Als unverändert kritisch beschreibt der Waldzustandsbericht  die Situation beim Eintrag von Stickstoff. An fünf Wald- und Hauptmessstationen sei der Gesamtstickstoffeintrag seit Beginn der Messungen tendenziell gestiegen. „Auffallend ist dabei der Anstieg des aus landwirtschaftlichen Quellen stammenden Ammoniums (NH4) an acht von 14 Messstationen.“ Bleibe das derzeitige Überangebot an Stickstoff bestehen, müsse langfristig mit einer Einschränkung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Waldes gerechnet werden, schlussfolgert das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum des ThüringenForstes in Gotha, das den Bericht verfasst hat.

 

Zustand Hauptarten

Fichte: 2015 waren 27 % aller Fichten deutlich geschädigt. Der Anteil gesunder Bäume nahm um 5 % ab.
Kiefer: Seit 2004 weist die Kiefer wieder stärkere Vitalitätsverluste auf. Der Anteil deutlicher Schäden ist gestiegen und liegt bei 43 %.
Buche: Nach der Buchenmast 2014, die mit einer starken Kronenverlichtung einherging, fruktifizierte die Buche in diesem Jahr kaum. Der Anteil deutlicher Schäden ist von 48 auf 28 % gesunken.
Eiche: Den Kronenzustand bestimmt maßgeblich das Auftreten von Schadinsekten. Stark geschädig sind 45 % der Eichen.

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