Viehzählung: Mehr Masttiere, weniger Sauen

11.01.2018

© Frank Hartmann

Binnen eines Jahres ist in Thüringen die Zahl der Rinder um rund 7.500 auf 322.000 Tiere weiter zurückgegangen. Gemessen an der Zahl aller in Deutschland gehaltenen Rinder spielt Thüringen mit einem Anteil von noch 2,6 % keine große Rolle. 80 % der hiesigen Rinder halten Landwirte in Beständen mit mehr 200 Tieren.


Wie die Daten der Agrarstatistiker auf Basis der HIT-Datenbank zeigen, setzte sich der Bestandsabbau bei Milchkühen zwar fort, aber deutlich gebremst.  Verglichen mit den Novemberzahlen 2016 wurden Ende vorigen Jahres mit 102.800 Milchkühen rund 800 Kühe weniger gezählt. Ein Jahr zuvor betrug das Minus noch über 7.000 Milchkühe. Entsprechend deutlicher verringerte sich im Jahr 2017 die Zahl der Kälber und Jungrinder: Verglichen mit dem Jahr 2016 wurden hier 4.800 Tiere weniger erfasst. Insgesamt kann man noch 93.700 Nachzuchten zählen. Als Stabilitätsanker erweist sich nach wie vor die Mutterkuhhaltung. Die 38.108 Kühe bedeuten zur Vorjahreserhebung lediglich ein Minus von 100 Tieren.


Anders als bei den Milchkühen scheint bei den Schafen vorerst der rasante Abbau gestoppt. Insgesamt 122.500 erfassten die Agrarstatistiker im November 2017 (Betriebe ab 20 Schafe). Gegenüber  der vorjähren Erhebung waren dies 2.800 Tiere (2 %) mehr. Dieser leichte Anstieg resultiert vor allem aus einem Plus von 2.200 Tieren bei den Mutterschafen. Der Gesamtbestand beläuft sich nunmehr auf 96.500 Muttern. Trotz aller Hoffnung sei darauf hingewiesen, dass vor fünf Jahren hierzulande noch 115.000 Muttern weideten. Der jüngste Aufbau der Bestände, darauf weisen die Agrarstatistiker ausdrücklich hin, ist ausschließlich in Betrieben mit einer Herdengröße von 500 bis 1.000  Tieren zu verzeichnen. Während hier die Anzahl der Schafe innerhalb eines Jahres von 38.500 auf 46.300 Tiere anstieg, reduzierten sich in allen anderen Größenklassen die Bestände. Rückläufig bleibt die Zahl der Böcke. Mit noch 1.600 Tieren selektierten die Schäfer nochmals 200 Tiere aus.


Wie bei den Schafen kann auch bei den Schweinen ein leichtes Wachstum verzeichnet werden. Der Gesamtbestand (mindestens 50 Schweine oder 10 Zuchtsauen) legte binnen Jahresfrist um über 10.000 auf 751.000 Tiere zu. Zur Erinnerung: Ende 2014 belief sich die Zahl aller Schweine auf über 850.000 Tiere. Der jüngste Bestandszuwachs geht in erster Linie auf das Konto der Mastbetriebe. Über alle Gewichtsklassen hinweg beträgt hier der Zuwachs gut 23.000 Schweine. Auf dem Rückzug befindet sich nach wie vor die Sauenhaltung. Vom November 2016 bis November 2017 reduzierte sich ihre Zahl um 4.300 auf jetzt noch 84.400. Verglichen mit dem Jahr 2014 ist dies ein Minus von rund 15.000 Sauen. Entsprechend rückläufig ist auch die Zahl der erfassten Ferkel und Jungschweine (bis 50 kg), die seit 2014 um 65.000 Tiere abnahm. Allein im Verlauf des vorigen Jahres reduzierte sie sich um über 11.000 Tiere.


Mehr als drei Viertel der Schweine wurden 2017 in Beständen mit über 5.000 Tieren gehalten. Laut den Agrarstatistikern betreuen diese Betriebe 89 % der Ferkel und 82  % der Zuchtsauen und mästen 66 % der hiesigen Schweine.

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