Vereinigte Hagelversicherung zieht Bilanz

05.01.2018

© Frank Hartmann

Hagelschlag im Raps bei Mellingen: Gebietsdirektor Jürgen Schuldig-Fritsch (M.) und die Schätzer sind am 24. Mai 2017 vor Ort.

Ohne Zweifel bestätigte das vergangene Jahr den längst zu beobachtenden Trend der Zunahme von extremen Witterungsereignissen. Abzulesen ist dies in den Bilanzen von Versicherungen wie der Vereinigten Hagel, die Ende 2017 bei ihren Thüringer Bezirksversammlungen in Bad Langen­salza und Stadtroda das Schadensjahr Revue passieren ließ. Den ­nahezu 300 Landwirten berichtete der Direktor der Gießener Bezirksdirek­tion, Jürgen Schuldig-Fritsch, von einem langen Schadensjahr, das mit Frösten im April begann und erst Anfang Oktober mit Starkregen endete. Während von den Frösten auch Thüringer Obstbaubetriebe betroffen waren, blieben hiesige Versicherte verschont, als am 5. Oktober Kollegen in Niedersachsen und Sachsen-­Anhalt Schäden auf rund 18.000 ha melden mussten.


In der Gesamtbilanz der Hagelversicherung standen den Prämien von 112 Mio. € Entschädigungsleistungen von 125 Mio. € gegenüber, was einer Schadenquote von 112 % entspricht. Im Territorium der Gießener Direktion fiel  das Schadensjahr 2017 mit einer Quote von 134 % überdurchschnittlich aus: Der ­Prämiensumme von 9,3 Mio. € standen Entschädigungen von 12,5 Mio. € gegenüber. 2.000 gemeldete Schäden auf 10.000 Flurstücken mit einer Fläche von 61.000 ha, was zehn Prozent der versicherten Gesamtfläche entspricht, finden sich in der 2017er-Bilanz.


Von den über ein Dutzend schwerwiegenden Ereignissen in der Region stellte Schuldig-Fritsch den beispiellosen Hagelschlag vom 19. Mai im Großraum Weimar-Jena heraus. Kulturen auf 25.000 ha waren hier betroffen. Auf 5.000 ha schädigte der Hagel den Aufwuchs zu über 80 %, vielfach war ein späterer Drusch nicht mehr möglich. Die Schätzer begutachteten alle denkbaren Aufwüchse, von Getreide, Raps und  Hopfen bis zu Erbsen. Letztere konnten nicht umgebrochen werden, weil dies Greeningflächen waren. Nur wenige ­Tage später, am 30. Mai, waren 15.000 ha nördlich von Mühlhausen betroffen.


Schuldig-Fritsch dankte auf den Bezirksversammlungen den mehr als 60 Sachverständigen, die im Jahr 2017 zum Teil im Dauereinsatz waren. Bei 17 Gemeinschaftstaxen hatten sie sich, nunmehr zu 100 % mit digitaler Technik ausgestattet, fachlich auf den Stand gebracht, um die Schäden korrekt erfassen zu können.

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