Unter strengen Auflagen

03.09.2015

Feldmausplage © Detlef Finger

Unter Protest Umwelt- und Naturschutzverbände hat die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) die Allgemeinverfügung zur Bekämpfung von Feld- und Erdmäusen veröffentlicht. Unter strengen Auflagen können nunmehr Feldmäuse auf stark betroffenen Flächen mit dem Pflanzenschutzmittel „Ratron Feldmausköder“ (Wirkstoff Chlorphacinon) bis zum 29. Dezember bekämpft werden. Für den Freistaat wurde die Menge auf maximal 128,5 t begrenzt, was bei maximaler Aufwandmenge für eine Fläche von 12 850 ha reichen würde. Die Feldmausköder können demnach in Ackerbau- und Obstkulturen, Möhren sowie auf Wiesen und Weiden gestreut werden. Voraussetzung sind erhebliche Schäden an den Kulturen, was eine „hochgradige Überschreitung“ des Bekämpfungsrichtwertes voraussetzt. Als hochgradig gilt ein Wert von mindestens 20 wieder geöffneten Löchern auf 250 m² Fläche. Laut Allgemeinverfügung ist die Anwendung nur zulässig, wenn zuvor konventionelle Maßnahmen zur Befallsreduzierung durchgeführt worden sind: tiefe Bodenbearbeitung von mindestens 20 cm; Einarbeitung von Pflanzenresten und Aufwuchs; Aufstellen von Sitzkrücken.

 

Vor dem Einsatz müssen Agrarbetriebe bei ihrem zuständigen Landwirtschaftsamt einen schriftlichen Antrag stellen. Dieses holt im Falle der beabsichtigten Freigabe die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde ein. Die in diesem Zusammenhang vom Bundesamt für Verbraucherschutz

und Lebensmittelsicherheit (BVL) für insgesamt neun Bundesländer erteilte Notfallgenehmigung schließt zudem den Einsatz von Zinkphosphit-Ködern (Ratron Giftlinsen) auf Nichtkulturland ein.

 

Auch hier muss der Landwirt vor dem Einsatz sein Landwirtschaftsamt kontaktieren und eine Genehmigung einholen.

 

Allgemeinverfügung, Hinweise und Anträge: www.tll.thueringen.de/th9/tll

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