Trockenheit: Ministerium gibt Futterflächen frei

27.06.2018

© Sabine Rübensaat

Erfurt. Aufgrund der Trockenheit können Landwirte Ökologische Vorrangflächen (ÖVF) zur Futtergewinnung nutzen. Wie das Agrarministerium am Dienstag informierte, sei der zweite Aufwuchs gering bzw. bisher ausgeblieben. Um die Versorgung der Raufutterfresser mit ausreichendem Grobfutter über den Winter zu ­gewährleisten und einen möglichen Viehbestands­abbau abzuwenden, könnten ÖVF-Brachen genutzt werden.


Dazu könnten ab sofort formlos schriftliche Anträge an das Landwirtschaftsamt gestellt werden. Das auf ­diesen Flächen gewonnene Futter könne für die eigene Tierhaltung oder auch für die von Dritten dienen. Im Antrag müssten die Flächen benannt werden und ­warum es sich im konkreten Fall um einen außergewöhnlichen Umstand handelt. Zudem müssten der Zeitraum sowie das Futter (Heu/Silage/Weide) benannt werden.


Das Ministerium wies darauf hin, dass eine Beweidung von solchen Brachen mit Ziegen und Schafen ab 1. August ohne jedweden Antrag uneingeschränkt möglich sei. Für Brachen mit Honigpflanzen gilt diese mögliche Ausnahmegenehmigung allerdings nicht. Eine generelle Nutzungsmöglichkeit bestehe ohnehin bei ÖVF-Streifenelementen wie „Feldränder/Pufferstreifen“ und „Streifen beihilfefähiger Flächen am Waldrand“. Diese können seit 2018 ganzjährig beweidet und ab 1. Juli auch für Winterfuttergewinnung durch Mahd genutzt werden – ohne Beachtung weiterer Auflagen.


Hinweis: Sind diese Streifenelemente zusammen mit einer KULAP-Verpflichtung wie ein- und mehrjährige Blühstreifen (V411 bis V425) angelegt worden, so sind hier die KULAP-Verpflichtungen das beschränkende Element. In diesem Fall scheide eine Futternutzung aus, so das Agrarministerium.

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