TLL

28.04.2016

Den Mitarbeitern des Untersuchungswesens der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft konnte in der vorigen Woche das nagelneue Laborgebäude übergeben werden. Damit ist der erste von drei Bauabschnitten am Standort Jena-Zwätzen abgeschlossen. Die neuen Labors (Proben-vorbereitung, Futtermittel- und Agrarproduktuntersuchung sowie Saatgutuntersuchung) sind mit modernster Analysentechnik ausgestattet. In der Vorbereitung sorgt eine neue, energiesparende Kondensationstrocknungsanlage für eine effiziente Trocknung der Proben. Die Keimfähigkeit von Saatgut wird zukünftig in modernen Klimakammern geprüft. Für die Futtermittel- und Ernteproduktuntersuchung stehen u. a. automatische Destillations-Apparaturen (Kjeltec) zur Stickstoffbestimmung, ein neues Röntgenspektrometer (RFS), Mikroskope mit verbesserter Aufnahme- und Auswertungstechnik sowie ein Nahinfrarotspektrometer mit automatischem Probengeber zur Verfügung.

 

Der gesamte Laborbereich der TLL einschließlich der Probenahme genügt damit den hohen Qualitätsanforderungen der Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025 sowie der ISTA (International Seed Testing Association). Sie sind Grundvoraussetzung für die Durchführung der gesetzlichen Kontrollen im Bereich der Futtermittelsicherheit, der Düngemittel- und Saatgutverkehrskontrolle, der Saatgutanerkennung sowie der Kontrollen auf Viruskrankheiten bei Kartoffeln und gentechnisch verändertem Saatgut (GVO). Das TLL-Labor verfügt als einziges Labor in Thüringen zusätzlich über eine Zulassung zur Pflanzenschutzmitteluntersuchung für biologische Materialien nach dem Standard Gute Laborpraxis (GLP). Es ist außerdem als eines von insgesamt  vier deutschen Laboratorien als Nationales Referenzlabor für Futtermittelzusatzstoffe gemäß EG-Verordnung 378/2005 von der Kommission der EU benannt.

 

Im Laborbereich der TLL werden neben den amtlichen Kontrollen zusätzlich Analysen für weitere Fachaufgaben der TLL selbst, der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau sowie die ThüringenForst bearbeitet. Im Jahr 2012 waren dies nach TLL-Angaben insgesamt 460 000 Einzelanalysen in 46 000 Proben.  Das hohe Niveau der Analytik in der TLL sorgte allein im vergangenen Jahr für EU- und vom Bund finanzierte Drittmittelprojekte in Höhe von 1,63 Mio. €. Aktuell werden aus diesen Mitteln auch neun der 34 Labormitarbeiter befristet finanziert.

 

Eine enge Zusammenarbeit  besteht mit der Friedrich-Schiller-Universität und der Ernst-Abbe-Fachhochschule in Jena auf Basis von Studentenpraktika, Bachelor-, Master- und Promotionsarbeiten. Eine arbeitsteilige Kooperation gründet sich auf der erstmals im Jahr 2005 abgeschlossenen „Kooperationsvereinbarung Landwirtschaftliches Untersuchungswesen Mitteldeutschland“ mit den Partnern in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Im vorigen Jahr wurden 5  478 Spezialanalysen in 1 283 Proben von einem der drei Partner für die jeweils anderen beiden Einrichtungen analysiert. Außerdem installierten die drei Landesanstalten ein Havariesystem zur kurzfristigen Unterstützung in Fällen mit hoher gesundheitlicher Brisanz für Mensch und Tier.

 

Mit dem Bezug des neuen Gebäudes wird die im Jahr 2008 mit der Schließung der Außenstellen in Jena und Eisenach-Clausberg begonnene Zentralisierung aller Laborbereiche der TLL abgeschlossen. Davon verspricht man sich wesentliche Synergie- und Rationalisierungseffekte. Bis 2014 werden in weiteren Schritten noch zwei Bürogebäude mit Bibliothek, Archiv und Werkstatt an der Naumburger Straße errichtet. Ingesamt investiert hier das Land 11,7 Mio. €. TLL/BZ

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