Tierwohlinitiative: Startschuss ist gefallen

23.01.2015

© TBV

Grafik zum Tierwohl

Ein großes Thema auf der Internationalen Grünen Woche 2015 in Berlin ist das Thema Tierwohl und die dazugehörige „Initiative Tierwohl“. Darin haben sich Unternehmen und Verbände aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel (LEH) gemeinsam die Förderung einer tiergerechteren und nachhaltigeren Fleischerzeugung zum Ziel gesetzt. Zum 1. Januar 2015 startete die Initiative für den Bereich Schwein (siehe Beitrag unten). Rind und Geflügel werden folgen.

 

Erster Schritt ist, dass vereinbarungsgemäß der LEH je Kilo verkauftes Fleisch und Wurst 4 ct, unabhängig vom Marktpreis, in einen Fonds einzahlt. Für drei Jahre sind so zunächst 65 Mio. € vorgesehen. Aus diesem Fonds werden die Zahlungen des Tierwohlzuschusses für die Landwirte erfolgen. Dazu wurde die Trägergesellschaft, die „Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH“, gegründet und eine Clearingstelle eingerichtet, die mit der Abwicklung der Zahlungen beauftragt ist.

 

Laut Angaben der Trägergesellschaft ist für alle Betriebe, die sich bis 30. April anmelden, die Finanzierung gesichert. Danach erfolgt die Zuweisung in der Reihenfolge des Datums der Kriterienerfüllung. Weitere Informationen sowie Dokumente sind auf der Internetseite www.initiative-tierwohl.de veröffentlicht. Interessierte Betriebe sollten sich bereits jetzt bei der TBV-Service und Marketing GmbH melden (Tel. (03 61) 26 25 33 00;  qs@remove-this.tbv-erfurt.de). Rechtzeitig vor Anmeldebeginn werden dann die Anmeldeunterlagen zugesandt.

 

„Initiative zum Tierwohl“: Für die Teilnahme rüsten

Schweine haltende Betriebe, die an der „Initiative zum Tierwohl“ teilnehmen möchten, können sich voraussichtlich ab 1. April 2015 bei der TBV-Service und Marketing GmbH als zuständigem Bündler anmelden (siehe Beitrag oben).

In der Startphase können nur Tierhalter berücksichtigt werden, die in Deutschland Schweine halten und am QS-System bzw. einem vergleichbaren Qualitätssicherungssystem teilnehmen. Bei der Anmeldung müssen grundlegende Stammdaten des Betriebes (u. a. VVO-Nummer, Produktionsart, umzusetzende Tierwohlkriterien mit angestrebtem Datum der Erfüllung) angegeben werden. Das Startdatum zur Umsetzung der Wahlpflichtkriterien sollte innerhalb von fünf Monaten nach Anmeldung liegen. Damit erhöhen sich die Chancen, an der Initiative teilnehmen zu können. Die allgemeinen Grundanforderungen und speziellen Wahlpflicht- und Wahlkriterien sind in einem spezifischen Kriterienkatalog für die Schweinemast, die Ferkelaufzucht und die Sauenhaltung definiert (www.initiative-tierwohl.de). Für die tierschutzgerechte Haltung, Hygiene und Tiergesundheit gelten die im „QS-Leitfaden Landwirtschaft Schweinehaltung“ definierten Basiskriterien. Darüber hinaus ist die Teilnahme am Antibiotikamonitoring obligatorisch. Für Stallklima- und Tränkwassercheck gelten die in den Handbüchern definierten Angaben bzw. physikalisch-chemischen und mikrobiologischen Parameter. Für Sauen- und Ferkelaufzuchtbetriebe wird die Arbeit nach einem Gesundheitsplan gefordert. Schweinmastbetriebe müssen am indexierten Schlachtbefund-Datenprogramm teilnehmen. Die Meldung des voraussichtlichen Produktionsumfanges je Jahr (Schlachtschweine, Ferkel) wird nach den Produktionsrichtungen Schweinemast, Ferkelaufzucht bzw. Sauenhaltung differenziert und mit den gemeldeten QS-Angaben abgeglichen.

Vom Bündler werden die Betriebsdaten an die Trägergesellschaft (Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH) gemeldet und zugelassene Zertifizierungsstellen mit der erstmaligen Auditierung des Betriebes beauftragt. Die Auditierung bezieht sich auf die Erfüllung der Grundanforderungen und der verpflichteten Wahlpflichtkriterien bzw. Wahlanforderungen. Nach dem Erstaudit bekommt der Tierhalter ein Zertifikat. Dieses berechtigt zur Teilnahme an der Initiative. Die Verpflichtungserklärung zur Teilnahme umfasst mindestens drei Jahre. Der Tierhalter verliert jedoch seinen Anspruch auf die Zahlung des Tierwohlzuschusses, wenn die im Erstaudit dokumentierten und zertifizierten Kriterien nicht umgesetzt werden. In solchen Fällen sind bereits gezahlte Zuschüsse zurückzuzahlen.

Der Tierwohlzuschuss wird von einer von der Trägergesellschaft beauftragten Clearingstelle rückwirkend für das vergangene Quartal ausgezahlt. Er setzt sich aus einem jährlichen Grundbetrag von 500 €/Standort (VVO-Nummer) und dem individuellen Tierwohlzuschuss zusammen. Dieser ist für die Schweinemast auf 3,00 bis max. 9,00 €, in der Ferkelaufzucht auf 1,00 bis max. 3,00 € und in der Sauenhaltung auf 2,00 bis max. 6,00 €/Tier begrenzt, um möglichst vielen Tierhaltern den Zugang zu gewährleisten. Die Zahlung des individuellen Tierwohlzuschusses wird auf max. 3,5 Schlachtschweine/Mastplatz bzw. 8,7 Ferkel/Aufzuchtplatz beschränkt. TLL

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