Thüringer Tierwohlstrategie

10.06.2016

Aufzuchtferkel © Sabine Rübensaat

Erfurt. Sozialministerin Heike Werner hat eine „grundlegende Reform der Nutztierhaltung“ im Freistaat angekündigt. Ziel sei die flächendeckende artgerechte Haltung sowohl in Biobetrieben als auch in der konventionellen Tierzucht: „Egal ob Groß- oder Kleinbetrieb, ob bio oder konventionell, wir müssen die Tiergesundheit zum Maßstab für die Nutztierhaltung machen“, so Werner.


Unter Federführung des Sozialministeriums sollen in den kommenden zwölf Monaten Vorschläge erarbeitet werden, die in einer „umfassenden Tierwohlstrategie für den Freistaat münden“. Die Tierwohlstrategie soll Landwirten „Planungssicherheit bis weit ins nächste Jahrzehnt geben“ und Thüringen als „vorbildliches Land der Nutztierhaltung“ positionieren. Man hoffe, dass dies auch auf die Bundesgesetzgebung austrahlt.


Ausgangspunkt der Beratungen zur Tierwohlstrategie, in die man neben dem Landwirtschaftsministerium auch Vertreter aus Wissenschaft und der Landwirtschaft einbeziehen will, würden die Beschlüsse der Agrarministerkonferenz und das Konzept zur Verbesserung des Tierschutzes der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz (LAV) bilden.


Der Ankündigung zufolge sollen Haltungsweisen und Schlachtverfahren ebenso Berücksichtigung finden wie Kontrollstandards, der Einsatz von Antibiotika und die Entwicklung eines auf das Tierwohl ausgerichteten betrieblichen Managements. Position werde man Werner zufolge „auch zu umstrittenen Themen wie der Tötung männlicher Eintagsküken, dem Kupieren von Hühnerschnäbeln oder der Haltung von Schweinen in Kastenständen“ beziehen. Dies wolle man allerdings im Einvernehmen mit der Landwirtschaft erreichen.


Der Entwurf der Tierwohlstrategie soll in der zweiten Jahreshälfte 2017 in einer öffentlichen Anhörung diskutiert werden. 

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