Thüringer Kartoffeltag

15.11.2013

Gäste des Kartoffeltags

Kein gutes Jahr

Trotz der Qualitäts- und Ertragseinbußen herrschte beim Kartoffeltag kein Missmut. © Frank Hartmann

Das Kartoffeljahr lief für die Anbauer im Lande alles andere als rund. Dennoch war kein Missmut beim Kartoffeltag auf der Versuchsstation Friemar zu verspüren. Zum mittlerweile fünften Mal hatten das LWA Bad Salzungen, die TLL und der Erzeugnisverband „Thüringer Qualitätskartoffeln“ (THÜKAV) ins „Zentrum des Thüringer Kartoffelanbaus“ geladen, wie es die amtierende Amtsleiterin Anne Buhlau zur Freude der Mittelthüringer Landwirte formulierte.

 

Langer Winter, viel Wasser

Der lange Winter hatte den nassen Boden ausgekühlt, sodass die Knollen erst spät gelegt werden konnten. Im Mai und Juni fiel zuviel Niederschlag, zum Teil standen Kartoffelschläge unter Wasser. Ein später Aufgang mit teilweise fehlendem Reihenschluss war nur eine Folge. Dann kam die große Hitze mit Trockenheit: Die Dämme heizten sich auf und rissen teilweise. Zunächst startete die Ernte unter guten Bedingungen. Allerdings verschlechterten sie sich zusehends, sodass am 6. November, also zum Kartoffeltag in Friemar, mancherorts sogar noch die Rodung bevorstand. Vor allem in Ostthüringen mussten die Kartoffelanbauer Ernteverluste von bis zu 35 % hinnehmen. Je weiter westlich man sich bewegte, umso „besser“ die Ernte, bestätigte Katrin Günther (TLL) Erfahrungen der Praktiker anhand der Landessortenversuche. Unterm Strich, so Egbert Hammernick vom Agrarministerium, falle die Erntemenge um 25 % hinter der des Vorjahres zurück.

 

Eine der kleinsten Kartoffelernten

Bernhard Göring von der Agrar GmbH Gamstädt, einem der größten Kartoffelanbauer im Freistaat, berichtete von einer der kleinsten Kartoffelernten in Deutschland seit vielen Jahren. Die Preise für die Erzeuger bewegten sich auf einem entsprechenden Niveau; mit 26 bis 30 €/ dt seien sie fast doppelt so hoch wie im Vorjahr. Hinzu käme, dass der Mangel an Ware die Händler milde stimme und die Landwirte fast keine Abzüge hinnehmen müssten. Und das trotz der vielen unförmigen Knollen, die das Jahr hervorbrachte. Die Schälbetriebe hätten 2013 damit zu kämpfen. Göring berichtete weiter, dass die Abgabebereitschaft der Kollegen sehr gering sei. In diesem Zusammenhang sprach er die Empfehlung aus, nicht zu lange zu warten. Die internationalen Importeure säßen in den Startlöchern. Und: Die unförmigen Kartoffeln könnten im Lager Probleme bereiten.

Der für seine Marketingaktivitäten vorbildhafte THÜKAV ließ es sich nicht nehmen, mit den Berufskollegen in Friemar die „Thüringer Kartoffel des Jahres 2013“ zu küren. An 15 Tagen hatten landesweit über 1 100 Thüringer an Verkostungen des THÜKAV teilgenommen und ihre Stimme abgegeben. Toscana, Gala, Belana und Melody standen zur Wahl. Mit 29 % entschieden sich die meisten Thüringer für die Sorte Melody. Im Kloßland Thüringen, wo der Pro- Kopf-Verbrauch bei Kartoffeln gut 20 kg über dem Bundesdurchschnitt liegt, musste es natürlich eine mehlig kochende sein. Diese Kennerschaft täuscht aber nicht darüber hinweg, dass sich Thüringen in den letzten Jahren mit 2 000 ha zur kleinsten Anbauregion in Deutschland entwickelt hat.

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