Thüringen will grüne Randstreifen

05.10.2017

© Wiegand Sturm/Archiv

Thüringer Landwirte sollen beim Randtreifen wählen können: fünf Meter Dauergrünland oder zehn Meter ökologisch ackern.

Landwirte in Thüringen müssen sich auf neue Restriktionen einstellen: An allen oberirdischen Gewässern soll nach dem Willen des Umweltministeriums ein zehn Meter breiter „Schutzstreifen“ verpflichtend angelegt werden. Dies ist Teil einer umfassenden Novelle des Wassergesetzes, deren Entwurf im Kabinett beraten worden ist. „Zu wenige Gewässer sind wirklich ökologisch intakt. Hier müssen wir umsteuern“, begründete Fachministerin Anja Siegesmund. Landwirten biete man ein „bundesweit einmaliges“ Optionsmodell an: Wird der gesamte zehn Meter breite Streife als Ackerland genutzt, müssen die Bewirtschafter „auf jeglichen Chemie-Einsatz“ verzichten. Alternativ dazu könnten die ersten fünf Meter „dauerhaft begrünt“ und dafür die anderen fünf Meter ohne Einschränkung bewirtschaftet werden. Laut dem Thüringer Bauernverband wären rund 20.000 ha Ackerland betroffen.



Mit der Novelle des Wassergesetzes, deren Entwurf zunächst einem öffentlichen Anhörungsverfahren unterworfen wird, soll zudem die Gewässerunterhaltung neu geregelt werden. So sind die Gründung von 13 Unterhaltungsverbänden und eine finanzielle Beteiligung der Anlieger geplant. Zudem will die rot-rot-grüne Landesregierung mit dem Gesetz Defizite bei der Abwasserentsorgung auf dem Lande abbauen.

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