TBV stellt sich klar gegen SuedLink-Trasse

04.08.2017

© TBV

Der Kampf der Thüringer Bäuerinnen und Bauern gegen den Bau der Erdkabelstromtrasse ­SuedLink geht weiter. Der TBV steht dabei fest an der Seite der betroffenen Landwirte. Ende Juni hat das Präsidium des TBV seine grundsätzliche Ablehnung der Erdkabelstromtrasse SuedLink mit ihrem derzeitigen Vorzugsverlauf klargestellt und dies in einem Positionspapier deutlich zum Ausdruck gebracht.


Aus Sicht des TBV verstößt die Trassenkorridorplanung eindeutig gegen das Gebot der Geradlinigkeit. Jeder zusätzliche Meter Erdkabel belastet das Eigentum und die Bewirtschaftung des Bodens. Mit dem Bau der Trasse werden dabei nicht nur die gewachsenen Strukturen im Boden zerstört, sondern auch die natürliche Wasserführung und die Drainagesysteme, die sich in den Böden befinden, in Mitleidenschaft gezogen. Hinzu kommt, dass durch die schweren Geräte beim Bau die nicht ausgehobenen Bodenteile verdichtet werden. Das alles führt zum Verlust von Bodenfruchtbarkeit.


Und: Eine längere Kabeltrasse bringt zudem zweifelsfrei höhere Kosten mit sich. Neben den Baumaßnahmen und dem Belastungsrisiko wird es letztlich die ländliche Bevölkerung sein, die diese höheren Kosten zu tragen hat.
Der TBV unterstützt daher ausdrücklich den Vorschlag des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) zur Prüfung einer Korridorvariante, die dem Gebot der Geradlinigkeit entspricht.


Im Freistaat sind in den letzten 25 Jahren zahlreiche große Bauvorhaben umgesetzt worden, etwa der Ausbau der A4, der Neubau von A38, A71 und A73, der Neubau der ICE-Strecke sowie die 380-kV-Süd-West-Kuppelleitung, außerdem zahlreiche Ortsumfahrungen und der Ausbau von Bundesstraßen. Diese haben die Thüringer Landwirtschaft durch Inanspruchnahme von Fläche, Verfestigung von Böden sowie Inanspruchnahme durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bereits stark geschädigt. Auch das Landesentwicklungsprogramm, das den Ausbau der Windenergieflächen auf ein Prozent der Landesfläche vorsieht, geht zulasten der Landwirte. Zudem darf nicht vergessen werden, dass mit dem SuedOstLink quer durch Ostthüringen eine weitere Stromtrasse verlaufen wird, für die keine Ausweichtrassen existieren.


Da die Energiewende an sich ökologische Ziele verfolgt, wird eine naturschutzrechtliche Kompensation des Vorhabens auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen abgelehnt.


Sollte die geplante Erdkabelstromtrasse dennoch durch Thüringen verlaufen, muss es aus Sicht des TBV klare Entschädigungsregelungen für Eigentümer und Bewirtschafter geben. Dafür ist als Grundlage ein einheitliches Beweissicherungsverfahren zwingend erforderlich. Den schweren Eingriffen in den Boden bei einem Erdkabelvorhaben wird zudem eine reine Dienstbarkeitsentschädigung nicht gerecht. Der TBV fordert daher eine dauerhafte, wiederkehrende Entschädigung auf der Basis der Leitungskapazität.


Mit seinem Protest gegen den SuedLink steht der TBV nicht allein. Es bleibt zu hoffen, dass der gemeinsame Widerstand Wirkung zeigt und nicht wieder Politik zulasten der Thüringer Landwirte gemacht wird.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr