Südthüringen

24.07.2012

© www.biosphaerenreservat-vessertal.de

Der moderierte Diskussionsprozess zur Zukunft des Biosphärenreservats Vessertal-Thüringer Wald ist abgeschlossen. Vertreter des Diskussionsforums übergaben heute in Suhl ihre Empfehlungen für die Entwicklung der Region an Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz. Gemäß den Empfehlungen soll das Biosphärenreservat auf etwa 34.500 Hektar vergrößert und in „Mittlerer Thüringer Wald“ umbenannt werden. Zahlreiche Projekte aus den Bereichen Naturschutz, Tourismus, Dorferneuerung und Wirtschaft sollen die Region voranbringen.

Minister Reinholz dankte allen Akteuren für ihr Engagement, ihre Ideen und die Zeit, die die Beteiligten in den Diskussionsprozess eingebracht haben. „Das Biosphärenreservat lebt vom Einsatz der Menschen vor Ort. Dauerhaft kann es nur bestehen und sich weiterentwickeln, wenn eine Mehrheit der Bevölkerung hinter den Zielen steht“, sagte der Umweltminister. Im Diskussionsforum hatten Vertreter von sieben Landkreisen, zwölf Städten und Gemeinden, sowie von Verbänden und Unternehmen die Empfehlungen erarbeitet. Reinholz begrüßte den Vorschlag der regionalen Akteure, das Biosphärenreservat als zentrales Element des Thüringer Waldes zu vermarkten.


Der Minister bekräftigte seine früheren Zusagen: „Die für die Erweiterung erforderlichen Kernzonen steuern Land und die Landesforstanstalt bei. Es wird keine baurechtlichen Verbote im Innenbereich der Kommunen geben und ein nachhaltiger Tourismus wird weiterhin möglich sein, ja soll sogar ausgebaut werden. Niemand wird hier ausgesperrt.“ In nächsten Arbeitsschritten müssen nun der Anerkennungsantrag an die UNESCO sowie das formale Ausweisungsverfahren vorbereitet werden.


Das Ausweisungsverfahren soll Anfang 2013 beginnen. Während des Verfahrens kann jeder noch bestehende Bedenken, Anregungen und Hinweise einbringen. 2014 könnte das Ausweisungsverfahren abgeschlossen sein. Darüber hinaus haben die Verwaltung des Biosphärenreservats, der Naturparkverein Thüringer Wald, der Regionalverband Thüringer Wald und der Landschaftspflegeverband vereinbart, künftig stärker in gemeinsamen Projekten zusammenarbeiten.


Hintergrund

Das Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald ist eines der zwei ältesten Biosphärenreservate Deutschlands. Die Koalitionsvereinbarung der Thüringer Regierungsparteien vom Oktober 2009 sah vor, das Biosphärenreservat zu einem Entwicklungsnationalpark umzugestalten. Umfangreiche Diskussionen in der Region führten bald dazu, diesen Vorschlag aufzugeben. Am 17. Januar 2011 startete Minister Jürgen Reinholz einen moderierten Diskussionsprozess unter dem Titel “Zukunft Vessertal-Thüringer Wald“, eine ergebnisoffene Meinungsbildung mit transparenter Beteiligung und Information. Nicht nur die räumliche und inhaltliche Erweiterung des von der Region mehrheitlich befürworteten Biosphärenreservates, sondern auch Ziele und Projekte für eine nachhaltige Entwicklung der gesamten Region Thüringer Wald wurden erörtert. PI

 

 

 

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