SuedLink-Erdkabel­trasse

01.03.2018

© RBV

Um dieses Kabel zu verlegen, ist eine 42 m breite Trassenbaustelle notwendig.

Im kommenden Jahr soll der Korridor für die SuedLink-Erdkabel­trasse festgelegt werden. 2025, so die Pläne der für den Bau verantwortlichen Unternehmen Tennet TSO GmbH und TransnetBW GmbH, wird der Bau dann abgeschlossen sein.


Für die Begleitung des SuedLink-Vorhabens hatten die Unternehmen bereits mehrfach Vertreterinnen aus der Verwaltung, der Land- und Forstwirtschaft sowie betroffene Bürgerinnen und Bürger eingeladen, so auch am 20. Februar. Auf diesen Veranstaltungen versuchen sehr freundliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch nette Gespräche und schön anzusehende Bilder der42 m breiten Trassenbaustelle, den Betroffenen das Projekt schmackhaft zu machen.


Trotz der Informationsveranstaltungen, an denen freilich die betroffenen Landwirte teilnehmen, wird der Grundkonflikt nicht gelöst: Weder ist klar, ob man diese Trasse überhaupt benötigt, geschweige denn, dass jemand in Thüringen diese will. Man könne den Netzbetreibern bei etwas über die Schulter schauen, was man gar nicht wolle, so Johannes Schmidt, Geschäftsführer der AGH Agrargesellschaft Herpf mbH und zugleich auch Vorsitzender im Regionalbauernverband Südthüringen, treffend.


Die Beteiligung und Berücksichtigung der Betroffenen verkommt dabei zunehmend zur Farce: Entgegengebrachte Einwände werden gekonnt umgangen und mit faden Argumenten beiseite gewischt. „Dafür gibt es Studien (...)“ oder „Ja, das werden wir noch untersuchen“, hört man häufig. Praktische Erfahrungen gibt es nunmal nicht! Schriftliche Stellungnahmen werden zwar angenommen, aber in den Präsentationen und mündlichen Aussagen während der Veranstaltungen wird dar­auf nicht eingegangen.


Der Landwirtschaftsbetrieb Franke in Schafhausen in der Thüringischen Rhön mit rund 130 ha bewirtschafteter Fläche wäre zu 60 % vom Trassenbau betroffen. Auf die Frage von Geschäftsführerin Kathleen Franke, ob die Planer untersuchen würden, welche konkreten Auswirkungen der Kabelbau auf die landwirtschaftlichen Böden hätte, kam nur die allgemeine Antwort, dass nachhaltige Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Böden nicht zu erwarten seien – Fakten Fehlanzeige. Johannes Schmidt betonte wiederholt, dass das Vorhaben nicht gewollt ist. Gemeinsam mit dem TBV besteht Einigkeit gegen dieses Projekt, was auch in Stellungnahmen deutlich gemacht wurde. Es gibt breiten und energischen Widerstand.


Am 25. März wird auf einer Demonstration in Fambach gegen die SuedLink-Trasse protestiert. Alle Betroffenen aus Landwirtschaft, Kommunen, Bürgerinitiativen und solidarische Mitbürger der Region werden ihrem Unmut Luft machen. Mit Geschlossenheit und hartnäckigem Einsatz lässt sich der SuedLink noch stoppen.

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