Studie zu „Massentierhaltung“

18.12.2013

Bildautor: © Sabine Rübensaat

Legehennenstall mit Masthühner

Die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Eleonore Mühlbauer, fordert eine grundlegende Diskussion über eine zukunftsfähige Agrarpolitik in Thüringen. Mühlbauer kündigte für Anfang nächsten Jahres  eine Fachtagung der SPD-Fraktion an. Dazu werde man Umwelt-, Landwirtschafts-, Verbraucherschutz- und Erzeugerverbände einladen.

Hintergrund sind die Ergebnisse einer Studie, die Mühlbauer auf einer Pressekonferenz vorstellte. Im Auftrag der SPD-Landtagsfraktion untersuchte Prof. Bernhard Hörning von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde die Strukturen der Tierhaltung im Freistaat.

Unter dem Titel „Massentierhaltung in Thüringen? – Situationsanalyse und Lösungsansätze“ kommt Hörning, der bereits eine ähnliche Arbeit für die Bundespartei der Bündnisgrünen vorlegte, zu dem Schluss, dass 19 von 20 Schweinen in spezialisierten Betrieben mit Großbeständen gehalten werden. Ähnlich dominant sei „die Massentierhaltung bei den Hühnern, bei denen 18 von 20 der Massentierhaltung zugeordnet werden können“. Auch die überwiegende Zahl der Rinder werde in „Massentierhaltung“ gehalten. Laut Mühlbauer liege Thüringen beim „Tierbestand pro Einwohner“ inzwischen über dem Bundesdurchschnitt. Um dem Begriff „Massentierhaltung“ ein Gesicht geben zu können, griff Hörning auf die Schwellenwerte des 2013 novellierten Bundesbaugesetzbuches zurück (600 Rinder, 560 Sauen, 1  500 Mastschweine, 15  000 Legehennen bzw. Mastputen, 30  000 Masthühner). Lege man diese Kriterien an, so Hörning, „lässt sich zusammenfassend die Aussage vorwegnehmen, dass die große Mehrzahl der Nutztiere in Thüringen in Massentierhaltung gehalten wird“. Gegensteuern könnte die Politik etwa, wenn sie ausschließlich die besonders tiergerechte Haltung fördern oder Zuschüsse für den Weidegang oder Einstreu gewähren würde.

Der Thüringer Bauernverband kritisierte die Studie scharf und  bezweifelt den Wahrheitsgehalt der getroffenen Aussagen. Sie sei „ein Schlag ins Gesicht unserer bäuerlichen Mehrfamilienbetriebe in Thüringen“. Gezielt würde ein falsches Bild auf die Thüringer Landwirtschaft geworfen. „Mit fachlich falsch ­interpretierten Aussagen wird Stimmung gegen eine Branche gemacht, die diese Anschuldigungen nicht verdient hat“, so der Bauernverband in einer Stellungnahme.

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