Strukturbruch verhindert

04.10.2018

© Sabine Rübensaat

Thüringens Agrarministerin Birgit Keller begrüßt die angekündigte Fristverlängerung für die betäubungslose Ferkelkastration: „Als Landwirtschaftsministerin bin ich erleichtert, dass jetzt doch noch eine Lösung gefunden wird, die einen Strukturbruch in der Schweinehaltung in Deutschland verhindert.“ In Berlin hatte sich Anfang der Woche der Koalitionsausschuss von CDU/CSU und SPD auf eine Fraktionsinitiative zum Thema Ferkelkastration geeinigt. Zeitnah soll nun im Bundestag eine Regelung auf den Weg gebracht werden, die Übergangsfrist bis zum vollständigen Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration um zwei Jahre zu verlängern.

 

Keller mahnte, die vorgesehene Übergangszeit zu nutzen, um Lösungen zu finden, die den gesellschaftlichen Anspruch an eine tiergerechte Ferkelerzeugung mit einer existenzfähigen einheimischen Sauenhaltung in Einklang bringe. „Deshalb muss die Verlängerung der Übergangsfrist mit der klaren Forderung verbunden werden, dass jetzt so schnell als möglich die Forschungsarbeiten und Zulassungsverfahren für eine praktikable, tierschutzgerechte Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration abgeschlossen werden“, so die Links-Politikerin.

 

Auf Initiative von Mitgliedern des Agrarausschusses des Thüringer Landtags hatte das federführende Sozialministerium in Erfurt seine strikte Ablehnung einer Fristverlängerung aufgegeben und im Agrarausschuss des Bundesrates mit einem einjährigen Aufschub einen Kompromiss vorgelegt. Dieser fand, wie jener aus anderen Bundesländern, keine Mehrheit. Bei der Abstimmung im Bundesrat am 21. September hatte sich Thüringen enthalten. Das Votum der Länderkammer gegen die Fristverlängerung freute Landesumweltministerin Anja Siegesmund von den Grünen, weil der Tierschutz über die „Tierquälerei“ gesiegt habe.   

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