Stromtrassen: Widerstand von Land und Leuten

08.03.2017

© Birgitt Schunk

Bürgerproteste in der Rhön gegen die Verkabelung der Landschaft.

Hermannsfeld/Erfurt. Über 500 Stromtrassengegner bildeten bei Hermannsfeld im Kreis Schmalkalden-Meiningen eine Menschenkette und stellten sich symbolisch gegen die geplante Erdkabeltrasse Südlink quer.


Genau auf jenen landwirtschaftlichen Flächen, wo sich der Widerstand formierte, könnte den Plänen nach die Leitung entlang führen. Eine eigens gegründete Bürgerinitiative will dies verhindern und hat auch die Agrarbetriebe auf ihrer Seite.


Gegen das Trassenvorhaben hat sich Ende Februrar auch die Landesregierung gestellt und im Kabinett die Stellungnahme zum Entwurf des Netzentwicklungsplans 2030 beschlossen. Darin lehnt Thüringen insbesondere die Vorschläge der Netzbetreiber für zusätzliche Erdkabelübertragungsleitungen und den Bau einer weiteren Hochspannungsfreileitung durch Südthüringen strikt ab.



„Im Netzentwicklungsplan dürfen die geplanten Stromübertragungsnetze einzelne Regionen nicht übermäßig hoch belasten“, sagte Infrastrukturministerin Birgit Keller. „Der Bund hat den Stromnetzausbau zur Umsetzung der Energiewende an sich gezogen. Er muss deshalb auch dafür sorgen, dass die Lasten und Aufgaben des Netzausbaus ausgeglichen verteilt werden.“

 

Bisher befinden sich bereits die Freileitungsvorhaben Röhrsdorf-Weida-Remptendorf und Pulgar-Vieselbach sowie die Erdkabelübertragungsleitungen Südlink und Süd-Ost-Link im oder kurz vor Beginn des Planverfahrens. Daneben schlagen Netzbetreiber weitere zusätzliche Gleichstromübertragungsleitungen vor, die Thüringen queren könnten.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr