Start der Spargelsaison

28.04.2016

© TBV

Die 26-jährige Madlin Brümmel ist die neue Thüringer Spargelkönigin. Mit Staatssekretär Klaus Sühl, TBV-Präsident Helmut Gumpert und Gartenbau-präsident Ulrich Haage eröffnete sie in Kutzleben die Spargelsaison.

Während die gesamte Gemüsefläche in Thüringen seit Jahren abnimmt, ist die Anbaufläche für Spargel in den letzten beiden Jahren konstant geblieben. Auf etwa 327 ha Fläche wurde 2015 Spargel angebaut, was einem Drittel der Gemüseanbaufläche in Thüringen entspricht.


Traditionell wird die Spargelsaison in Thüringen auf dem Spargelhof Kutzleben durch die neu gekrönte Spargelkönigin eröffnet. Gemeinsam wählen die Agrargesellschaft Herbsleben und der benachbarte Spargelhof Kutzleben vor Saisonbeginn eine Spargelkönigin, die für jeweils ein Jahr das heimische Edelgemüse repräsentiert. Nach der Krönung von Madlin Brümmel zur 14. Spargelkönigin am 20. April läuteten Agrarstaatssekretär Klaus Sühl, TBVPräsident Helmut Gumpert und  der Präsident des Landesverbandes Gartenbau Thüringen, Ulrich Haage, die Spargelernte offiziell ein. „Obwohl es für den Spargel etwas zu kalt ist, wird bereits seit einigen Tagen gestochen. Teilflächen mit Tunneln ermöglichen uns das. Wie es insgesamt um die Ernte 2016 bestellt ist, wissen wir jedoch erst am 24. Juni zum Ernteabschluss“, so Jan-Niclas Imholze, Geschäftsführer des Spargelhofs Kutzleben.


Das Thema Mindestlohn ist für die Spargelbauern nach wie vor von großer Bedeutung. Über ein Jahr gilt dieser nun. Bei Einführung der gesetzlichen   Lohnuntergrenze hatten die Tarifparteien, der Gesamtverband des Deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbandes (GLFA) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) die vom Gesetzgeber eingeräumte Übergangsmöglichkeit genutzt und einen Mindestentgelt-Tarifvertrag geschlossen. Dieser Tarifvertrag wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales für die hierin enthaltene Branche Landwirtschaft und Gartenbau für allgemeinverbindlich erklärt. Im Rahmen einer Übergangszeit bis zum 31. Dezember 2017 haben die Betriebe, die vom Geltungsbereich dieses Tarifvertrages erfasst werden, die Möglichkeit, den gesetzlichen Mindestlohn von derzeit 8,50 €/h leicht zu unterschreiten.


Nach diesem Tarifvertrag beträgt der Mindestlohn im Bereich der neuen Bundesländer seit 1. Januar 7,90 €/h. Ab dem 1. Januar 2017 beträgt der Branchenmindestlohn dann bundeseinheitlich 8,60 €/h. Ab dem 1. Januar 2018 gilt dann auch in der Landwirtschaft und im Gartenbau die für alle Branchen gesetzlich bestimmte Untergrenze.


Für viele Betriebe, speziell auch im Obst- und Gemüsebausektor, ist diese Übergangszeit besonders wichtig. Nur so kann betrieblich entschieden werden, wie die Produktion bei stetig steigenden Lohnkosten etwa durch weitere Mechanisierung oder der Reduzierung der Anbaufläche arbeitsintensiver Kulturen angepasst wird. Oder aus Kostengründen sogar gänzlich eingestellt werden muss.


Um die Wirtschaftlichkeit des Anbaus zu halten, wird sich das Sortenspektrum künftig stärker auf möglichst geringen Arbeitsaufwand bei Pflege und Ernte ausrichten müssen. Entscheidend ist, inwieweit der Einzelhandel durch  eine nachhaltige Einkaufsgestaltung eine kostendeckende Produktion zulässt.


Im vergangenen Jahr lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Spargel in Deutschland bei 1,5 kg. Die höheren Lohnkosten, die dabei teilweise auf den Preis des Spargels aufgeschlagen werden konnten, schmälerten die Nachfrage in Thüringen nicht. Hier war der Verbraucher gewillt, für das regionale Produkt mehr zu zahlen.

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