Starker Befall mit Mäusen

30.03.2015

© Sabine Rübensaat

Feldmaus im Getreide

Nach 2012 bahnt sich in Thüringen erneut ein Starkbefallsjahr mit Feldmäusen an. Laut TLL melden selbst Regionen, die bislang von einem massenhaften Auftreten des Nagers verschont blieben, Schäden. Betroffen sind u. a. Winterraps- und Getreideflächen, aber auch das Grünland. Die Pflanzenschutzabteilungen der Landwirtschaftsämter, die regelmäßig die Befallsdichte ermitteln, zählten Mitte März zum Beispiel 145 (!) wiedergeöffnete Löcher (wgL auf 250 m² in 24 Stunden) auf einem Grünlandschlag im Raum Hildburghausen. Im Raum Gotha zählte man  93 wdL im Raps, im Weimarer Land 41. Auf Getreideschlägen von Schleiz bis ins Eichsfeld ist in diesem Frühjahr der Bekämpfungsrichtwert von 5 wdL um ein Vielfaches überschritten. 

 

Bereits im Herbst und im Winter waren die Feldmäuse vielerorts aktiv (BauernZeitung 3/2015, Seite 11). Wie in der Agrar eG Weißensee versuchten etliche Betriebe, mit den ihnen zur Verfügung stehenden, bescheidenen Mitteln, die Schadnager einzudämmen. Trotz Herbstfurche und Legeflinteneinsatz beschreibt Weißensees Feldbauleiter Christoph Szygulla die Lage momentan als „äußerst ernst“. In nahezu allen Kulturen seien die Mäuse aktiv: „Die sind zum Teil mit bloßem Auge zu sehen.“ Mit Aushilfskräften werde man noch einmal Köder legen. Aufgrund seines Entwicklungstandes sei dies im Raps aber nicht mehr lange möglich. „Wir werden uns auf Schläge konzentrieren, die noch nicht ganz so heftig befallen sind, in der Hoffnung, Schäden zu begrenzen.“ Einige extrem befallene Flächen habe man im Grunde schon „aufgegeben“.

 

Natürlich hoffen die Landwirte in Weißensee mit ihren Berufskollegen, dass die stark entwickelte Population zügig wieder zusammenbricht. Ende letzter Woche konnte die TLL dafür aber noch keine Anzeichen ausmachen. TLL-Fachfrau Katrin Gößner empfiehlt zwar, bei Erreichen des Bekämpfungsrichtwertes Zinkphosphid-Köder in die Löcher abzulegen. Sie dämpft aber all zu hohe Erwartungen. Angesichts des sich bietenden Nahrungsangebotes sind die Köder für die Feldmäuse nur noch zweite Wahl.

 

TBV-Präsident Helmut Gumpert wies vorige Woche die Mitglieder des Agrarausschusses im Rahmen einer Landtagsanhörung auf das Problem hin. Er bat die Abgeordneten um akute Unterstützung (Ausnahmegenehmigung zum Streuen von Chlorphacinon) und forderte politisches Engagement für eine grundlegende Lösung.

 

 

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