Schwarzwildkompetenzzentrum

19.10.2018

© Sabine Rübensaat

Das Kompetenzzentrum ist Teil des jagdlichen ASP-Präventionspaketes des Agrarministeriums. Für 2018 und 2019 stehen insgesamt drei Millionen Euro bereit. Ein Großteil davon ist als Aufwandentschädigung (25 € pro Wildschwein) für die Jäger beim Erlegen von Schwarzwild reserviert.

Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in China und zuletzt in Belgien zeigt besonders eindrucksvoll, dass das Virus ohne Weiteres große Sprünge und weite Strecken zurücklegen kann. Dem Menschen kommt bei der Verbreitung des Virus eine besondere Bedeutung zu. Vorerst ist Deutschland noch von einem Seuchenausbruch verschont geblieben. Dennoch, oder gerade deshalb, wird sowohl auf Bundes- als auch auf Länderebene mit Hochdruck an Maßnahmen gearbeitet, die der Prävention dienen oder im Seuchenfall ein schnelles und effektives Vorgehen ermöglichen sollen, damit die Seuche möglichst regional begrenzt wird.

 

Auch Thüringen ist sehr aktiv in der Prävention und der Vorbereitung auf diesen Ernstfall. Im Rahmen dieser Bemühungen hat das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) ein Schwarzwildkompetenzzentrum (SWK) ins Leben gerufen, welches beim Thüringer Bauernverband angesiedelt ist. Der Beirat des SWK setzt sich aus den Geschäftsführern des Landesjagdverbandes, des TBV, des Thüringer Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirksinhaber, der Stiftung Lebensraum, des Waldbesitzerverbandes sowie Vertretern des Agrarministeriums, des Sozialministeriums und des  ThüringenForstes zusammen. 

 

Das SWK dient in erster Linie als Koordinierungsstelle. Die einzelnen Mitglieder des Beirates fungieren als Antragsteller von Teilprojekten. Die Teilprojekte sollen sich vor allem mit Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit (Erstellung von Infomaterialien, Durchführung von Aufklärungs- und Informationsveranstaltungen etc.), mit Schulungen zur ASP oder etwa zu Jagdmethoden, mit der Entwicklung von Vermarktungsketten zur Verbesserung des Wildfleischmarketings und der Erfassung der Schwarzwildbestände in einzelnen Bereichen befassen. Hierbei ist es wiederum die Aufgabe der Koordinierungsstelle, alle Akteure zu vernetzen, die Projektanträge zu begleiten und auf die Erarbeitung entsprechender Projekte hinzuwirken.

 

Für den Erfolg der Arbeit des SWK ist es von entscheidender Bedeutung, dass alle Akteure, also Landwirte, Jäger und Waldbesitzer, an einem Tisch sitzen. Sensibilisierung und Aufklärung stehen an oberster Stelle. 

 

Neben der Aufklärung ist die Reduktion der Schwarzwildbestände ein entscheidendes Ziel im Rahmen der Präventionsmaßnahmen, für die die Zuständigkeit keinesfalls allein bei den Jägern zu suchen ist. Vor diesem Hintergrund waren sich alle Mitglieder des Beirates nach seiner ersten Sitzung am 25. September darüber einig, dass zunächst die Reduktion der Schwarzwildbestände und die damit verbundene Aufklärung und Sensibilisierung aller beteiligten Akteure sowie die Öffentlichkeitsarbeit oberste Priorität haben. Dennoch wird im weiteren Verlauf eine Vielzahl von Ideen und Projekten notwendig sein, um sich der ASP erfolgreich entgegenzustellen. Dieser Notwenigkeit und der daraus resultierenden Verpflichtung zur Entwicklung ebensolcher Projekte müssen sich alle Beiratsmitglieder bewusst sein. 

 

Es bleibt zu hoffen, dass die Vielzahl der Präventionsmaßnahmen auch weiterhin Wirkung zeigt und sowohl Deutschland als auch Thüringen von einem Seuchenausbruch verschont bleiben.

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