Schadensbilanz der Vereinigten Hagel

16.12.2015

Hagelschäden © Fotos: Vereinigte Hagel und Frank Hartmann

Einige wenige, aber sehr heftige Hagelstürme verursachten in der abgelaufenen Saison in Thüringen und Hessen erhebliche Schäden an Kulturen. In der vorigen Woche zog die Bezirksdirektion Gießen der Vereinigten Hagelversicherung in Bad Langensalza und Reichenbach bei Hermsdorf auf ihren hiesigen Bezirksversammlungen Bilanz. Vor zusammen rund 250 Vertretern Thüringer Betriebe berichtete Bezirksdirektor Jürgen Schuldig-Fritsch von einer Schadensquote, die mit 75 % deutlich über dem bundesweiten Mittelwert von 63 % lag.

 

Erntereife Kulturen getroffen


Mehrere Hagelschläge Mitte Juni und vor allem am 7. Juli trafen in erster Linie Gebiete westlich von Erfurt und südlich der A 38. Betroffen waren Obst- und Gemüsekulturen, aber auch druschreifes Getreide sowie junge Maispflanzen. Insbesondere der Hagelschlag am 7. Juli habe der Versicherung eine große logistische Leistung abverlangt, weil die Ernte in den Frühdruschgebieten begonnen hatte und es Verzögerungen bei der Schadensbegutachtung zu vermeiden galt. Mit den 50 Thüringer Gutachtern und herbeigerufenen Kollegen aus anderen Bundesländern konnte bereits am 8. Juli mit der Schadensaufnahme begonnen werden.


In der Summe erreichten die Bezirksdirektion 2015  rund 1 100 Schadensmeldungen. 4 500 Schläge mit zusammen 35 000 ha waren betroffen. Die Schadenssumme belief sich laut Schuldig-Fritsch auf 7,7 Mio. €. Der Bezirksdirektor wies darauf hin, dass viele Landwirte ihre Kulturen zu niedrig versichert gehabt hätten, wohl auch, weil sie längere Zeit nicht betroffen waren. Positiv bewertete Schuldig-Fritsch die Tatsache, dass mittelweile jeder zweite Versicherte eine Zusatzpolice gegen Sturm- und Starkregenschäden abgeschlossen hat.


Ihrer Versammlungstradition folgend, bot die Hagelversicherung Vorträge von übergreifendem Interesse auf. In Bad Langensalza warf Prof. Enno Bahrs (Uni Hohenheim) einen Blick auf die Bodenmärkte, die je nach Region von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst würden. Viehintensive Regionen wiesen aber die höchsten Preise auf. Dass Thüringen die im Durchschnitt geringsten Bodenpreise im Bundesvergleich hat, führte Bahrs u. a. auf die geringere Viehhaltungsintensität und einen geringen Einfluss der BVVG zurück. Kritik übte er an Bestrebungen der Politik, die mit neuen Regulierungen in den Bodenmarkt eingreifen will. In Reichenbach diskutierte Dr. Thomas Tanneberger, Chefredakteur der BauernZeitung, Maßnahmen der Krisenkommunikation. Es empfahl eine langfristige Pressearbeit, die sich nicht von „platter Werbung für das Tagesgeschäft“ leiten lassen sollte. Ein so geschaffener Draht bewähre sich im Krisenfalle und könne „Shitstorms“ vermeiden helfen. Zugleich ermutigte er die Landwirte, mit geeigneten baulichen und juristischen Mitteln Tierschutzaktivisten Grenzen aufzuzeigen.

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