Probleme türmen sich

05.02.2015

© Nadja Herzog

Neujahrsgespräch (v. l.): Aribert Bach, Johannes Schmidt (KBV-Chef Schmalkalden-Meiningen), Volker Ehrlicher (KBV-Chef Sonneberg), Ministerin Keller und Toralf Müller (KBV-Chef Hildburghausen).

Ende Januar konnten die KBV Schmalkalden-Meiningen, Hildburghausen und Sonneberg die neue Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller, zum alljährlichen Neujahrsgespräch in der Milch-Land GmbH Veilsdorf begrüßen. Viele Themen brannten den anwesenden Landwirten in dem zweistündigen Gespräch unter den Nägeln. So unter anderem die neue Förderperiode und das immer noch nicht genehmigte KULAP-Programm. „Es ist alles zu tun, damit uns der Übergang in das neue Jahr ermöglicht wird“, forderte Astrid Hatzel, Vorsitzende der Interessengemeinschaft Benachteiligte Gebiete (IG BENA). Auch TBV-Vizepräsident Dr. Aribert Bach bekräftigte, dass die BENA-Betriebe von der Hand in den Mund lebten. Wenn sich eine Verzögerung nicht verhindern ließe, müsse dies rechtzeitig kommuniziert werden, forderte Bach.

Die derzeitig wirtschaftlich schwierige Lage der Betriebe brachte der Geschäftsführer der Milch-Land GmbH, Silvio Reimann, deutlich zur Sprache. Ungewisse Fördermittel, stagnierende Getreidepreise, Mindestlohnzahlungen, ein Milchpreis, bei dem noch niemand vorhersagen kann, wie weit er noch fallend wird, steigende Standardanforderungen und kaum Veränderungen der Düngemittelkosten trotz fallendem Rohölpreis: Dies sei für die Betriebe immer schwieriger zu verkraften. Ministerin Keller versicherte, dass dies genau jene Probleme seien, die an sie in ihrer bisherigen kurzen Amtszeit herangetragen worden seien. Insbesondere das KULAP-Problem habe sie mit dem Agrarkommissar Phil Hogan diskutieren können und auf eine möglichst schnelle Bearbeitung gedrängt: „Die Zahlung soll auf jeden Fall in diesem Jahr erfolgen“, so die Ministerin. Der Zeitverzug soll mit viel Fleiß aufgeholt werden. Gegenwärtig versuche sie, durch Termine wie dem Neujahrsgespräch die Sorgen und Nöte in der Praxis aufzunehmen.

Neben Themen wie der anstehenden Novelle der Düngeverordnung, Stromtrasse, dem Mindestlohn, dem Gewässer- und Hochwasserschutz wurde auch das Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band“ thematisiert. Albert Seifert, Vorsitzender der Regionalen Aktionsgruppe (RAG) Hildburghausen/Sonneberg, bat die Ministerin darum, sich diese Thematik trotz der neuen Zuordnung zum Umweltministerium nicht vollständig aus der Hand nehmen zu lassen. Das Naturschutzprojekt bestehe aus drei Komponenten: Naturschutz, Geschichte und Wirtschaft. „Der beste Naturschützer ist der Landwirt, und die Landwirtschaft muss wirtschaften können“, so Seifert. Die Betriebe am Grünen Band seien bereit, viele Naturschutzmaßnahmen umzusetzen. Doch es müsse darauf geachtet werden, dass die Flächen den Landwirten nicht vollkommen verloren gehen und letztlich brachliegen.

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