Pferdewirte halten!

08.04.2016

© LRA

Zusammen für die Pferdewirt-Ausbildung (v. l.): Kathrin Fischer (LWA), Jürgen Uting (KBV), Kersten Zschimmer (Berufsschule), Landrat Marko Wolfram, Thomas Strümpfel (Zuchtbetrieb Strümpfel), Heike Hörnlein (Reiterhof Oberpörlitz), Dr. Stefan Blöttner (TBV), Kristin Rudat (Landesprüfungsausschuss) und Franziska Sternberg (Schulverwaltungsamt).

Per Bescheid verkündete das Bildungsministerium kürzlich das Aus für die Berufsausbildung der Pferdewirte in Rudolstadt und die umgehende Verlegung nach Sachsen. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass sich weniger als zehn Auszubildende für das Jahr 2016 angemeldet hätten. Entgegen bisheriger Absprachen sorgte diese Nachricht für Unmut, da zuvor der Erhalt der Landesfachklasse bis 2018 ­zugesichert worden war. Auf Initiative des Vorsitzenden des KBV Saalfeld-Rudolstadt, Jürgen Uting, fand Ende März eine erneute Beratung mit Landrat Marko Wolfram, Vertretern der Berufsschule, des Landwirtschaftsamtes, der Ausbildungsbetriebe, des Landesprüfungsausschusses und des TBV statt. Der Erhalt der Ausbildung zum Pferdewirt in Thüringen und damit der Landesklasse in Rudolstadt wurde von allen Akteuren wiederholt gefordert und deutlich unterstrichen.


„Es ist gut und wichtig, dass wir Partner an unserer Seite haben, mit denen wir gemeinsam für den Standort Rudolstadt kämpfen“, erklärte nach dem Treffen Landrat Marko Wolfram. Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt hat bereits gegen den Bescheid Klage beim Verwaltungsgericht Gera eingereicht.Sollte die Ausbildung von Pferdewirten aus Thüringen abwandern, dann droht sie hierzulande auszusterben. Denn die Betriebsvertreter stellten für diesen Fall ihr Engagement bei der Ausbildung von Nachwuchs infrage. Begründet wurde dies u. a. mit enormen finanziellen und zeitlichen Mehrbelastungen.


Vielversprechend erschienen noch die Aussagen im rot-rot-grünen Koalitionsvertrag, in dem es heißt: „Zur Sicherung der Daseinsvorsorge wollen wir die regionale und interkommunale Kooperation ausbauen, insbesondere auf den Gebieten der Bildung“. Diese Festlegung ließ die Hoffnung wachsen, dass die Grünen Berufe eine Daseinsberechtigung im ländlichen Raum haben.


Laut Bildungsministerin Birgit Klaubert sollen „traditionell in Thüringen verwurzelte Berufe, wie Büchsenmacher, Holzbildhauer oder Glasbläser“ weiter ausgebildet werden. Der Beruf und die Ausbildung zum Pferdewirt sind nach Ansicht des TBV hierzulande gleichsam traditionell verwurzelt.

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